Fünf Männer wegen bandenmäßigen Handels mit Drogen angeklagt - Vertagung nach zwei Stunden
Oberpfalz Drehscheibe für Dealer

Schwandorf/Amberg. (e) Fünf Männern wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, bandenmäßig mit Methamphetamin, Ecstasytabletten, Kokain, Marihuana und Haschisch gedealt zu haben. Drehscheibe war vorwiegend die Oberpfalz.

Auf zwölf Tage angesetzt ist der Prozess vor der Großen Strafkammer beim Landgericht unter Vorsitz von Vizepräsidentin Roswitha Stöber. Nach gut zwei Stunden wurde er gestern auf 1. Oktober vertagt. Die Amberger Staatsanwaltschaft ist vertreten durch Tobias Kinzler, der die vielseitige Anklageschrift vortrug. Gestern machten die Angeklagten unisono keine Angaben. Strafverteidiger Dr. Jan Bockenmühl (Regensburg) stellte den Antrag, eventuelle Aussagen auf 1. Oktober zurückzustellen. Er habe mit seinen Mandanten noch nicht jene Akten besprechen können, die in anderen laufenden Verfahren eine Rolle gespielt hätten.

Die Anwälte Oliver Mattes (Weiden), Helmut Mörtl (Regensburg), Dr. Gunther Haberl (Schwandorf) und Anwältin Claudia Schenk schlossen sich dem an. So kam es nur zur umfassenden Verlesung der Anklageschrift gegen die fünf Männer - zwischen 30 und 40 Jahre alt, und alle aus der U-Haft oder Therapieeinrichtung durch Polizeibeamte vorgeführt. Die Amberger Staatsanwaltschaft wirft den fünf Männern vor, sich im Oktober 2013 zusammen geschlossen zu haben, einzig und allein zu dem Zweck, durch den Handel mit Methamphetamin, Ecstasytabletten, Kokain, Marihuana und Haschisch eine ständige Einnahmequelle zu erschließen - und zwar in erheblichem Umfang und bandenmäßig. Zwei der Angeklagten hätten in der Regel als Kuriere gedient, um Methamphetamin aus der Tschechischen Republik nach Deutschland zu schaffen.

Zwei weitere beschäftigten sich in der Hauptsache mit dem Vertrieb, koordinierten den Weiterverkauf. Landkreis Schwandorf, Regensburg, Amberg, das tschechische Eger, Herzogenaurauch, Neunburg vor Wald: Überwiegend in der Oberpfalz hatte die Bande zwischen Oktober 2013 und der Inhaftierung im August 2014 einen schwunghaften Handel getrieben. Bei einem der Angeklagten klickten in der aus Cheb kommenden Vogtlandbahn die Handschellen. Laut Staatsanwalt liegt die Zahl der vorgehaltenen Fälle in einem "Hunderterbereich". Mit in den Sog gerieten auch viele andere Kleindealer, gegen die gesondert ermittelt wird beziehungsweise wurde. Am 1. Oktober werden die ersten Zeugen auftreten.
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