Fünf Millionen reichen nicht

Von Asbach/Lindenlohe wird das Leitungsnetz vornehmlich entlang der Autobahn zu den Städten Nabburg und Pfreimd gezogen. Bild: hfz

Die gute Nachricht: Nabburg und Pfreimd werden künftig pro Jahr auf knapp eine Million Kubikmeter Wasser aus der Bodenwöhrer Senke zurückgreifen können. Die weniger gute: die vor Jahren geschätzten Erschließungskosten von fünf Millionen Euro können angesichts der Preissteigerungen wohl nicht mehr gehalten werden.

Pfreimd. (cv) Planer Dipl.Ing. Alfred Weiß brachte den Stadtrat in seiner Sitzung auf den neuesten Stand. Die wasserrechtliche Genehmigung ist beantragt, demnächst werden die Unterlagen in einem aufwändigen Verfahren ausgelegt. Die Anfänge der großen Gemeinschaftsaufgabe der Städte Pfreimd und Nabburg gehen bis ins Jahr 2007 zurück. Beide Kommunen haben das gleiche Problem: die Gefährdung der Brunnen durch Autobahn, Landwirtschaft, hohe Nitratwerte. Bei Wasserniedrigständen kommt es zur Überbelastung, auch zu Verunreinigungen. "Es gab eine Unmenge an Studien zur Neuerschließung von Gewinnungsgebieten im eigenen Bereich", berichtete Weiß.

Doch es existieren nur oberflächliche Quellen, die mit großem Gefährdungspotenzial belegt seien. Die Grundwassererkundung im Naabtal erbrachte, dass die westliche Bodenwöhrer Senke mit Brunnenstandorten im Bereich Asbach/Lindenlohe "die letzte mögliche Erschließung in der näheren Umgebung ist". Die Wasserbedarfsrechnung: rund eine Million Kubikmeter für beide Gemeinden im Schlüssel 45 Prozent (Pfreimd) zu 55 Prozent (Nabburg). Weiß berichtete allerdings auch, dass der Wasserbedarf derzeit stagniere. Das gestiegene Umweltbewusstsein und die Kosten sind hier ursächlich.

Ein dritter Brunnen

Der Auftrag: zwei Brunnen am Dachsberg, Aufbereitungsanlagen und Übergabebauwerke, Leitungsbau in die beiden Städte an der Autobahn entlang. Die Bohrungen sind abgeschlossen, allerdings ergeben die beiden Brunnen nicht die erwartete Fördermenge. Es soll noch ein dritter Brunnen erschlossen werden. Mit ihm kommt man auf 975 000 Kubikmeter. Die Tagesspitze liegt bei 4190 Kubikmeter. Weiß stellte das gute Verhältnis mit dem Zweckverband zur Wasserversorgung der Pretzabrucker Gruppe heraus, die in der Zwischenzeit bei Bedarf in der Versorgung aushelfen könnte.

Auf Nachfrage von Stadtrat Alfred Armer bestätigte Weiß, dass die Förderung zurückgefahren wird, wenn auf drei Brunnen zurückgegriffen werden kann. Die Brunnen sollen nicht zu sehr gestresst werden. Wie lange kann gefördert werden?, wollte Klaus Summer wissen. "Das Wasser bildet sich immer wieder neu", beantwortete Weiß die Frage. Die Ängste der Teichwirte sprach Kathrin Zapf an. Laut Weiß gibt es "eine kleine, aber hinzunehmende Beeinflussung. Die Weiherbesitzer werden davon nichts merken".

Günter Strehl würde es gerne sehen, wenn die Pfreimder Brunnen als Reserve beibehalten werden könnten. Im Notfall schnell anfahren - "das geht nicht", so Weiß. Wenn die Brunnen weiter betrieben werden sollen, "ist das doppelt gemoppelt", betonte er hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit.

In vier bis fünf Jahren

Und ab wann fließt Wasser aus dem Dachsberg nach Pfreimd? Weiß prognostizierte, dass das Projekt in den nächsten vier bis fünf Jahren über die Bühne gehen könnte, je nachdem, wie die Kommunen die Finanzierung auf die Beine stellen.

Auf Nachfrage von Drittem Bürgermeister Hubert Betz bestätigte Weiß, dass noch Grundstücksfragen zu klären seien, auch wenn versucht werde, die Leitungen entlang der Autobahn soweit wie möglich auf öffentlichem Grund zu verlegen. Doch es sei ja nicht so, "dass deswegen Grundstücke nicht weiter bewirtschaftet werden können".

Zweite Bürgermeisterin Dr. Johanna Mertins, welche die Sitzung leitete, dankte Weiß für die Darstellung des Sachstandes: "Wir hoffen, dass es bald weiter geht."
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