Fünf Prozent reichen

Die Summe war relativ klein, die Diskussion im Stadtrat darüber jedoch groß. Reicht die finanzielle Unterstützung der Vereine seitens der Stadt oder nicht - am Beispiel der Naturfreude rieben sich die Räte.

Statt der erwarteten 777 Euro können die Naturfreunde nur mit 730 Euro an Zuschüssen seitens der Stadt rechnen. Dem Antrag zugrunde lagen die Investitionskosten für die Erneuerung der Heizung in der Naturfreundehütte am Flembach in Höhe von insgesamt 15 545 Euro. "Die Kosten sind nicht unerheblich, um das Haus auf einen gewissen Standard zu bringen", räumte Bürgermeister Joachim Neuß ein.

Material abgezogen

Dennoch wurde von der Verwaltung in Abstimmung mit den Antragstellern nach Abzug von geringeren Beträgen für Material im Zuge der Sanierung wie Werkzeug, Farben, Pinsel oder Anliefer- und Aufstellpauschale die zu berücksichtigende Summe auf 14 601 Euro zurückgefahren. Von dieser Summe ausgehend errechnen sich analog zur bisherigen Praxis von fünf Prozent Zuschuss für Investitionen 730 Euro. "Wir sind froh, wenn wir Vereine unterstützen können, dennoch müsse man eine Grenze festlegen", betonte Hans Kaiser (CUU), zumal laut Unterlagen Arbeiten noch in das Jahr 2013 zurückreichen. Derzeit werde das noch auf einer "geradlinigen Verfahrensweise" praktiziert, warf das Stadtoberhaupt ein.

Sich im Stadtrat darüber ernsthafte Gedanken zu machen und sich insgesamt mit der Art und Handhabung der Vereine auseinander zu setzen, dafür plädierte Herbert Appl (CSU). Die Naturfreunde Auerbach seien unter Anhängern, aber auch Freunden irgendwo ein Aushängeschild. "Sie wissen schon, dass Sie damit einen populistischen Volltreffer landen", kam postwendend vom Rathauschef, der zugleich davor warnte: "Wir können nicht unsere Vereine unterhalten". Fünf Prozent Zuschuss sei schon eine sehr hilfreiche Zuwendung.

Bernd Scheller (Grüne) machte klar, er begrüße es, in dieser Runde darüber zu sprechen. "Wenn wir Populistisches und Malerarbeiten herausnehmen, sind wir auf dem richtigen Weg." 3. Bürgermeister Norbert Gradl hielt den Ruf nach Handlungsbedarf für unbegründet. "Mit einer Satzung würden wir uns selbst einschränken in unserer Handlungsfreiheit".

Da stelle sich die Frage, was wäre, wenn sich die Stadt vielleicht in 5 Jahren das nicht mehr leisten könnte oder sogar mehr berappen könnte. Er plädierte dafür, die bewährte Praxis zu belassen und alle Vereine in gleichwertiger Form zu behandeln: weniger für Renovierungsarbeiten, aber Unterstützung bei größeren Investitionen.

Ausführlich beraten

Der Bürgermeister sicherte zu, im Finanzausschuss als vorberatendes Gremium mit effektiver Arbeit ausführlich darüber zu beraten. Martin Weiß (FW/AA) wehrte sich gegen weitere Reglementierungen. "So wie wir das jetzt machen, ist es gut".
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