Fünf Regeln für den Darm

Dr. Lutz Haß (stehend) gab den rund 50 Zuhörern Regeln an die Hand, mit denen das Darmkrebsrisiko deutlich gesenkt werden kann. Bild: bkr

Darmkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Alle 19 Minuten stirbt hier ein Mensch daran. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, lässt sich aber deutlich senken, wenn man fünf Regeln beachtet.

Immenreuth. (bkr) Diese Regeln wollten über 50 Besucher am Mittwoch im Gasthaus "Zum Flötztal" in Ahornberg erfahren. Das Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes hatte den Internisten Dr. Lutz Haß aus Wiesau als Referenten gewonnen. Ortsbäuerin Claudia Porst freute sich "saunärrisch" über den unerwartet guten Besuch.

Zunächst nahm Dr. Lutz Haß den Zuhörern die Angst vor einer Darmuntersuchung. Er beschrieb Vorbereitung sowie Ablauf einer Spiegelung und stellte die risikoarme Koloskopie samt dem technischen Equipment in Filmsequenzen vor. 15 bis 20 Minuten dauert die Reise mit dem Spiegelgerät durch Dick-, Quer- und Enddarm. Alle Arten von Erkrankungen werden dabei entdeckt. Polypen können sofort abgetragen werden.

Der Referent beschrieb weiter alternative Methoden wie die virtuelle Kolographie, die Kapselendoskopie oder den Septin-9-Test (Bluttest). Von allen Untersuchungsmethoden erbringt die Darmspiegelung mit 95 Prozent Erfolg das weitaus beste Ergebnis. Auf die Darmspiegelung muss auch bei den alternativen Methoden zurückgegriffen werden, wenn Befunde festgestellt werden.

Alkohol meiden

Fünf Regeln für einen gesunden Darm legte der Mediziner den Besuchern ans Herz. Täglich 30 Minuten körperliche Bewegung halten den Darm in Schwung. Einschränkung ist bei Alkohol gefordert, höchstens sieben 0,2-Liter-Gläser Bier pro Woche. Ein weiterer Risikofaktor ist Rauchen. Dabei besteht immer die Gefahr, etwas von den schädlichen Stoffen zu verschlucken, die schließlich in den Darm gelangen.

Außerdem sollten alle einmal zum Maßband greifen. Bei Frauen sollte der Bauchumfang unter 88 und bei Männern unter 102 Zentimeter sein. Personen, die diese Maße nicht überschreiten, wiesen weniger häufig Darmkrebs auf, betonte der Referent. Schließlich sei gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen gefragt. Die Polypenbildung werde gemindert und somit dem Darmkrebsrisiko vorgebeugt. Ein Helfer sei natürliche Folsäure, wie sie in Lebensmitteln vorkomme.

Im dritten Teil des Vortrages widmete sich der Referent den Anzeichen für eine Darmerkrankung. Ein indirekter Hinweis könne der ständige Wechsel zwischen Verstopfungen und Durchfall sein.
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