Für alle Orte

Iris Lefeber veranschaulichte die Erschließungsmöglichkeiten. Bild: ohr

Es gibt keine Bürger erster und zweiter Klasse. Darin ist sich der Gemeinderat einig. Stulln als zentraler Ort ist mit Breitband gut versorgt. Die Erschließung der Ortsteile wird nun auf den Weg gebracht.

Stulln. (ohr) Das Markterkundungsverfahren ist abgeschlossen, informierte Bürgermeister Hans Prechtl. Kein Telekommunikationsunternehmen bietet sich an, welches das Gemeindegebiet ganz oder teilweise eigenwirtschaftlich ohne Kostenbeteiligung der Kommune ausbaut. In einem weiteren Schritt kommt jetzt das Auswahlverfahren zum Tragen: das Erschließungsgebiet für die Ausschreibung ist festzulegen.

Drei Möglichkeiten

Iris Lefeber vom Ingenieurbüro Ledermann veranschaulichte in einer Grafik drei Möglichkeiten, Häuser ab der Vermittlungsstelle ans schnelle Internet anzuschließen: DSL, der Klassiker: Vermittlungsstelle, Verteilerkasten und Hausanschluss sind durch Kupferkabel verbunden. VDSL, der Turbo: Vermittlungsstelle und Verteiler sind durch Glasfaser vernetzt. Kupfer führt ins Haus. Glasfaser als Zukunft-High-Speed ohne Limit: durchgängig Glasfaser bis ins Haus. Das wird als "Fibre to the home"(FTTH)-Anschluss bezeichnet.

Das Gemeindegebiet gliedert sich in sieben Ortsteile mit 732 Haushalten. Der Ausbauvorschlag sieht die Kombination aus zwei Alternativen vor. FTTH-Anschlüsse bis ins Haus wären für Geiselhof (3 Haushalte/3 FTTH -Anschlüsse) und Schanderlhof (3/2) machbar. Der Ausbau mit Glasfaser bis zum nächsten Verteiler und anschließend Kupferkabel bis ins Haus sind geplant für Brensdorf (25 Haushalte/ebenso viele Anschlüsse), Grafenricht (33), Säulnhof (24) und Stulln (641/28 FTTH-Anschlüsse auch fürs Gewerbegebiet). Lefeber stellte vier Szenarien zur Kostenschätzung vor. Sie ist vorwiegend vom Ausbauumfang und den erwarteten Betriebserlösen abhängig. Bei der geringsten Annahme von 398 000 Euro als Gesamtkosten beträgt der gemeindliche Anteil 60 000 Euro und bei der höchsten Schätzung von 701 000 muss die Gemeinde 112 000 Euro als Eigenleistung aufbringen. Die maximale Förderhöhe liegt jeweils bei 670 000 Euro.

"Wir müssen eine zukunftstaugliche Technologie schaffen und alle Bürger gleich versorgen", betonte Bürgermeister Hans Prechtl. Auf der Basis des vorgestellten Erschließungsgebietes ist das Auswahlverfahren durchzuführen, so der Beschluss des Gremiums. Alternativangebote für den Ausbau mit Glasfaser bis zum Haus (FTTH) werden zugelassen.
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