Für Andere durchs Feuer

Beim des Kameradschaftsabend der Feuerwehr Pleystein standen verdiente Mitglieder im Mittelpunkt. Lieder gab es auch einen Wermutstropfen.

Pleystein. (bey) Bürgermeister Rainer Rewitzer lobte am Samstag im Gasthof Weig die "wahnsinnig" gute Jugendarbeit der engagierten Ausbilder. Keine andere Hilfsorganisation sei schneller am Schadensort, sagte Kreisbrandinspektor Hans Rewitzer. Vorsitzender Max Zehent unterstrich die Bemühungen um den Nachwuchs.

Ein kleiner Wermutstropfen fällt nach Meinung des Vorsitzenden auf die Säuberungsaktion der Wehr am 11. Oktober am Kreuzberg. Stadtpfarrer Pater Hans Ring habe dies damals in einer E-Mail als "Gegenveranstaltung" zur zeitgleich stattfindenden Oblatenwallfahrt genannt und eine gute Zusammenarbeit mit der Wehr deshalb in Abrede gestellt.

Noch am gleichen Tag habe deshalb eine Besprechung mit Bürgermeister Rainer Rewitzer und Kommandant Markus Völkl stattgefunden, bei der eindeutig abgeklärt wurde, dass die Säuberungs- und Entholzungsaktion am Kreuzberg eine Maßnahme der Stadt sei. Diese Maßnahme war damals laut Vorsitzendem Max Zehent mit der Unteren Naturschutzbehörde zeitlich abgesprochen, weil diese Arbeiten erst ab 1. Oktober durchgeführt werden dürften. Andrerseits sollte bereits eine Woche später die Bergwacht aus Weiden die Maßnahme fortsetzen, so dass Zugzwang gegeben war.

Nicht akzeptiert

Ausdrücklich hob der Vorsitzende hervor, dass die Feuerwehr diese Aufgabe übernehme, weil Aufrufe an die Bevölkerung zur Unterstützung bislang erfolglos verlaufen seien. Im Gespräch habe der Pater den geschilderten Sachverhalt zur Kenntnis genommen, aber nicht akzeptiert, bedauerte Zehent. "Wir machen auch viel für die Kirche."

Mit dem im Sommer in Dienst gestellten Gerätewagen seien bisher zwölf Einsätze gefahren worden, wusste Kommandant Markus Völkl. Beim Brand in Oberrehberg hätten sich die 500 Meter B-Schläuche bestens bewährt. Vor allem könnten mit dem Fahrzeug mit nur geringem Personaleinsatz Ölspuren optimal beseitigt werden. Nach aktuellem Stand wurde die Pleysteiner Wehr in diesem Jahr bisher zu 50 Einsätzen gerufen. Die Jugendfeuerwehr sei Anfang des Jahres mit vier Mitgliedern gestartet und stelle jetzt eine komplette Gruppe mit neun Mitgliedern.

Bürgermeister Rewitzer nannte die Feuerwehr eine Einrichtung mit ständiger Präsenz und Hilfsbereitschaft nicht nur bei Einsätzen, sondern auch bei Veranstaltungen im Ort. Es gehe über das weit Übliche hinaus, die Freizeit für diesen Dienst zu opfern. Die Pleysteiner Wehr übernehme beim Brand- und Katastrophenschutz kommunale Pflichtaufgaben, die dafür aufgewendeten finanziellen Mittel seien deshalb gut angelegt. Ausdrücklich lobte das Stadtoberhaupt den Aufbau der Atemschutzgruppe mit Leiter Hans-Peter Wallner in Verbindung mit der medizinischen Beratung durch Dr. Peter Trstan. Kreisbrandinspektor Hans Rewitzer sagte, die aktiven Wehrmänner und -Frauen gingen "für andere durchs Feuer". Oder anders ausgedrückt: "Wir gehen da hinein, wo andere rauslaufen". Deshalb sei es normal, dass die Feuerwehrleute auch manchmal "Messer und Gabel liegen lassen", um zum Feuerwehrhaus oder Einsatzort zu eilen.

Viele Jubilare

Der Ehrungsreigen beim Kameradschaftsabend war sehr groß. So wurden Roman Zehent für 60 Jahre passive Mitgliedschaft geehrt. Ludwig Randhartinger, Günther Willax und Max Baierl begleiten die Wehr seit 50 Jahren, Franz Schaller ist seit 40 Jahren dabei.

Mit herzlichen Worten dankte Vorsitzender Zehent für diese Treue. Einen handgeschnitzten heiligen Florian erhielt der ehemalige Vorsitzende Tobias Wirth, der in seiner relativ kurzen Amtszeit mit der Mitwirkung an der Ersatzbeschaffung des neuen Tanklöschfahrzeuges und vielen weiteren Herausforderungen souveränes Handeln gezeigt habe. Lang war auch die Laudatio für Dr. Peter Trstan, der seit 30 Jahren die Atemschutzgruppe mit medizinischen Erkenntnissen ausstattet.
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