Für die Adoption alles klar

Die Sozialpädagogin beim Landratsamt schilderte, wie Steffi D. am 16. April unangemeldet ins Jugendamt gekommen sei. Sie sei in der 33. Schwangerschaftswoche und möchte ihr Kind zur Adoption freigeben. Vom Vater des Kindes kenne sie nur den Vornamen. Er sei nur auf Sex aus gewesen. Die junge Frau fühlte sich nicht in der Lage, dieses Kind aufzuziehen. Auch ihre Familie meinte, dass sie mit drei Kindern überfordert sei. Die Sozialpädagogin hatte den Eindruck, dass Steffi nervlich stark belastet war. "Sie hat immer wieder geweint." Wegen ihrer Überforderung sei sie fest entschlossen gewesen, ihr Kind abzugeben.

Auch beim zweiten Termin am 23. April ließ die 21-Jährige keinen Zweifel daran, dass sie das Baby mit Kaiserschnitt zur Welt bringen und anschließend zur Adoption geben wolle. Ihre Familie wisse Bescheid. Die künftigen Eltern wollte sie nicht kennenlernen, auch keine Bilder vom Neugeborenen sehen. Lediglich das Geschlecht wollte sie wissen. "Sie wirkte im Entschluss klar, dass sie diesen Weg gehen will", fasste die Landreis-Mitarbeiterin zusammen.

Daher wurde am 28. April ein Termin im Klinikum Weiden zur Vorbesprechung der Geburt vereinbart. Die Schwangere bat die Sozialpädagogin, sie zu begleiteten. Dazu ist es dann nicht mehr gekommen. Vier Tage zuvor gebar Steffi D. das Mädchen im Supermarkt. (ms)
Weitere Beiträge zu den Themen: Dezember 2015 (2649)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.