Für Drei-Königs-Treffen von Birgländern vorverlegt - Der warmen Jahreszeit den Weg bereitet
Wenn der Winter in Asche zerfällt

Der Winter in Gestalt einer Strohpuppe wird von den Goislschnalzern gehörig ausgepeitscht und geht in Flammen auf.
Eigentlich wird das traditionelle Winteraustreiben des Heimatvereins Birgland am 1. Mai gefeiert. In Königstein wurde es heuer auf den 25. April vorverlegt, da hier das Drei-Königs-Treffen stattfand. Gäste aus Königstein im Taunus, aus Königstein in Sachsen und die Einheimischen sahen, wie die Blütenpracht des Frühlings als Erlösung aus den Klauen des kalten Winters gefeiert wurde.

Viel Musik und Mundart

Bürgermeister Hans Koch freute sich sehr, dass das Winteraustreiben auf dem Königsteiner Marktplatz vorgeführt wurde. Manfred Grädler kündigte viele Mitwirkende an: Die Birgländer Musikanten, die Birgländer Sängerinnen, die Birgländer Kindertanzgruppe, die Birgländer Volkstanzgruppe und die Kindertanzgruppe des örtlichen Trachtenvereins D'Ossinger. Volkstumswart Siegfried Binder führte durchs Programm und trug Texte in Mundart-Reimen vor.

Diese hatte sein Vater, der Kultur- und Heimatforscher Hanns Binder verfasst. Nebenbei bemerkte Binder, dass sein Vater die erste Königsteiner Sparkasse 1924 gegründet hatte.

Es wurde viel gesungen und getanzt. Die Darstellung des Winters und des Sommers übernahmen Eva Pilhofer und Katharina Kraus. Ein Mädchen in Pelzmantel und -mütze gehüllt, stellte den Winter dar. Dieser führt ein Streitgespräch in Gedichtform mit dem Sommer. Dieser war in Gestalt eines schön herausgeputzten Mädchens zu sehen - in Frühlings-Kleidern mit Blumenkranz im Haar und Frühlingsstrauß. Naturgemäß unterlag der Winter, fiel zu Boden, so dass der Sommer freudestrahlend triumphierte.

Mit den Goisln

"Winter gehts dir schlecht, ich bin der Herr und du der Knecht" - eine aufgestellte Strohpuppe, die wiederum den Winter darstellte, wurde zunächst durch die Goislschnalzer mächtig ausgepeitscht und dann angezündet. Als die Puppe nicht richtig brennen wollte, forderte Siegfried Binder die Goislschnalzer wieder auf, sie auszupeitschen. Als sie dann endlich in Asche zerfiel, wurde der Maibaum, eine Birke mit bunten Bändern, aufgestellt.

Dieser sollte wiederum die warme Jahreszeit und den Sommer darstellen. Mit Oberpfälzer Figurentänzen der Volkstanzgruppe wurde die Freude zum Ausdruck gebracht. Blasmusik und Gesangs-Beiträge ließen die Aufführung zum fröhlichen Volksfest werden. Den Abschluss bildete die Kindergruppe des örtlichen Trachtenvereins.

Als die Zuschauer in die umliegenden Gasthäuser einkehrten, spielten die Birgländer Musikanten zünftig auf, juchzten und gingen von einem Wirtshaus zum anderen, um die Gäste zu erfreuen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.