Für Sicherheit alles tun

Zu Gleichgewichtsübungen auf Luftkissen animierte Petra Hager (Zweite von rechts) die Mitarbeiter der Forstbetriebsgemeinschaft. Auch FBG-Geschäftsführer Reinhard Wiesend (links) zeigte sich gleichgewichtssicher. Bild: rn

Totholz im Wald stehen zu lassen - wie es bei der Forstverwaltung Gepflogenheit ist -, davon hält Jörg von Krieglstein nichts. "Lieber ein toter Specht als ein toter Waldarbeiter", lautete seine drastische Begründung.

Krieglstein war der Referent bei einem Informations- und Unterrichtstag unter dem Motto "Gesund bleiben bei der Waldarbeit", zu dem die Forstbetriebsgemeinschaft ihre Mitarbeiter in den Gemeinschaftsraum der Kläranlage geladen hatte. Geschäftsführer Wolfgang Hertel sah darin eine Verpflichtung den Mitarbeitern gegenüber, die täglich körperlich gefordert seien.

Waldunfällen und was man dagegen tun kann, waren Jörg von Krieglsteins Themen. Anhand von umfangreichem Bildmaterial zu tödlichen Unfällen im Wald beschrieb er Risiken bei Fällarbeiten und erläuterte Vorsorgemaßnahmen. Dem Sicherheitsberater ging es darum, Ursachen und Verlauf von Unfällen bei Waldarbeiten nachvollziehbar zu machen und dadurch des Risiko möglicher Wiederholungen zu minimieren.

"Die Baumansprache muss stets Grundlage jeder Fällung sein!" Dies gab Jörg von Krieglstein den Mitarbeitern als oberstes Gebot mit auf den Weg. Vor dem Griff zur Säge sollten sie sich stets die Frage stellen: "Bin ich in der Lage, diesen Baum fachgerecht zu fällen?" Der Referent zählte die Kriterien der "Baumansprache" auf, wies auf die Notwendigkeit der Sicherheitsbekleidung hin und betonte die Bedeutung der Sperrung von Wegen bei Fällarbeiten.

Rettungsdecke griffbereit

Mit Filmen ergänzte der Experte seine Ausführungen. Einen zusätzlichen Appell richtete Forstwirtschaftsmeister Reinhard Wiesent an die Teilnehmer: "Ein Erste-Hilfe-Päckchen gehört an den Mann." Anhand von Beispielen begründete er, warum in der kalten Jahreszeit eine Rettungsdecke griffbereit sein sollte.

In ihrer bekannt lockeren Art zog Petra Hager die Mitarbeiter in ihren Bann. Sie wünschte sich ein Auffrischen der Erste-Hilfe-Kenntnisse und rief dazu auf, sich bei Waldarbeiten die Anfahrtsmöglichkeit für einen Rettungswagen zu überlegen. Familienangehörigen sollte vorab gezeigt werden, wo das Waldstück liegt.

Übungen zum Ausgleich

Dann erarbeitete die Mitarbeiterin der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft mit den FBGlern alle Themen rund um gesundheitliche Probleme beim Arbeiten im Wald: von der Zwangshaltung beim Arbeiten mit der Motorsäge über Heben und Tragen bis hin zu Ganzkörperschwingungen beim Fahren mit dem Bulldog. Ausgleichsübungen im Wald seien "kein Schmarrn", erklärte sie und demonstrierte zusammen mit "Opfern" Übungen zur Stärkung von Rücken- und Bauchmuskulatur.

Im Stadtwald folgte der zweite Teil der Fortbildung. Im Vordergrund stand dabei die "Stockansprache". Anhand der Schnittflächen der Wurzelstöcke wurde beurteilt, ob der Schnittansatz richtig oder verbesserungswürdig war. Ergänzend gab Reinhard Wiesent praktische Tipps zu Absperrmaßnahmen.
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