Für Waldeck keine Abc-Schützen

Wir haben halt kaum mehr Kinder.

Die Anmeldezahlen für das nächste Schuljahr sprechen für sich. Voraussichtlich nur 44 Mädchen und Buben werden ab September die erste Klasse besuchen. Dann allerdings nicht mehr in Waldeck.

Waldeck. (luk) Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß bestätigt, was Rathauschef Werner Nickl in einem Bürgergespräch in Guttenberg (wir berichteten) bereits verkündet hat: "Wir können sicher in Waldeck keine erste Klasse bilden." Dafür reiche die Zahl der gemeldeten Abc-Schützen nicht aus.

28 als Obergrenze

Der fachliche Leiter des Schulamtes im Landkreis Tirschenreuth rechnet vor: Als Obergrenze für eine Klasse gelten laut Kultusministerium 28 Schüler. Angesichts der 44 Anmeldungen bekomme er dann eigentlich nicht mal eine weitere erste Klasse voll.

Bei der Verteilung der Mädchen und Buben ist Kemnath als eigenständige Grundschule - und somit als einzige im Schulverband mit Bestandsgarantie - gesetzt. Alles was über maximal 28 Kinder ging, hat sich bislang auf die Standorte in Kastl und Waldeck verteilt. Dass nun der Markt leer ausgeht, hat einen einfachen Grund: Aus der Gemeinde Kastl kommen nächstes Schuljahr mehr Kinder.

Damit ereilt Waldeck das gleiche Schicksal wie vor rund vier Jahren die Grundschule in Fuchsmühl. Auch dort war wegen stark gesunkener Schülerzahlen eine Klassenbildung nicht mehr möglich. Prinzipiell sei es so, dass die eigenständige Grundschule (im damaligen Fall Wiesau, Anm. d. Red.) "so lange auslagert, bis die Unterbringung im eigenen Schulhaus möglich ist", erklärt Krauß.

Er verstehe zwar den Anspruch der Waldecker und von Bürgermeister Werner Nickl, die Schule zu halten, allerdings könne er deswegen keine Kleinstklassen bilden. Da wäre nicht nur in Fuchsmühl der Aufschrei groß. "Wir haben halt kaum mehr Kinder."

In der Konzentration auf Kemnath und Kastl sieht Krauß durchaus Vorteile, sowohl für die Schulleitung, als auch die Schüler selbst. Durch den Wegfall einer Klasse werde eine Lehrkraft frei, die unter anderem bei einem Krankheitsfall mobil eingesetzt werden könnte. Die Unterbringung in weniger Häusern vereinfache zudem die Gruppenbildung und den Informationsfluss. Die Kinder profitierten von einer besseren individuellen Förderung, da "eine Differenzierung leichter ist, wenn es mehrere Klassen" an einem Ort gebe.

"Kein Sparmodell"

Der Einschnitt in Waldeck "ist kein Sparmodell", betont Krauß. Dieser sei ausschließlich den Schülerzahlen geschuldet. Das habe er bereits dem Schulverband schriftlich mitgeteilt und auch mit Nickl lange darüber geredet. Bei Bedarf wolle er dem Stadtrat ebenfalls die Gründe darlegen.

Der Schulamtsdirektor ist überzeugt, dass die Maßnahme auf Verständnis stößt. "Ich will keinen Bruch, sondern einen Übergang", versichert er, besonders in Hinblick auf die vierte Klasse in Waldeck. Denn dort kommen von 17 Kindern lediglich 3 aus dem Ort, "die anderen müssen angekarrt werden. Das sieht kein Mensch ein." Doch hier möchte Krauß erst mal "schauen, wie es nächstes Jahr wird".
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