Für Zukunft genug Reserven

Premiere für Josef Etterer: Erstmals hatte der 2014 gewählte Kastler Gemeindechef zu einer Bürgerversammlung ins Sportheim eingeladen. In knapp 60 Minuten ließ er die vergangenen Monate Revue passieren. Nicht nur für ihn hätte das Jahr kaum besser laufen können.

Kastl. (stg) "Mit dem Haushalt für 2015 geht unsere Bau- und Investitionstätigkeit weiter", kündigte Josef Etterer an. In der April-Sitzung habe der Gemeinderat einstimmig mit einem Gesamthaushalt von 3,027 Millionen Euro die Voraussetzungen geschaffen (wir berichteten).

Neue Wasserpreise

Ausführlich "dröselte" Etterer das Zahlenwerk auf. Besonders ging er auf die Sanierungsmaßnahmen der Tiefbrunnen I und II ein. Die Kostenschätzung für den Tiefbrunnen II beläuft sich auf 300 000 Euro, für den Tiefbrunnen I auf 150 000 Euro. "Diese Maßnahmen werden sicherlich eine Neukalkulation des Wasserpreises nach sich ziehen", kündigte Etterer an.

Trotz vieler Investitionen habe die Kommune in den vergangenen Jahren kontinuierlich Schulden abgebaut. "Seit April 2014 hat die Gemeinde Kastl keinen einzigen Cent Schulden", betonte der Bürgermeister. Auch zum Jahresende 2015 werde sie noch ein Rücklagenpolster haben. Die erforderliche Mindestrücklage könne ohne Probleme erbracht werden. "Deshalb können wir den Anforderungen der kommenden Jahre einigermaßen beruhigt entgegenblicken."

In den zwölf Sitzungen im Jahr 2014 habe der Gemeinderat die Beschlüsse meist einstimmig getroffen. Knapp 300 000 Euro seien in ein neues Feuerwehrauto, das im Juni den Segen erhalten habe, investiert worden. Vom Staat habe es einen Zuschuss in Höhe von 88 000 Euro gegeben. "Vom Landkreis erhoffen wir uns auch einen Zuschuss, ähnlich wie für andere Kommunen in ähnlicher Situation", erklärte Etterer.

Auf große Resonanz treffen die im Mai 2014 eröffneten Wanderwege rund um Kastl. Als "sehr erfreulich" wertete es der Redner, dass mit Dr. Roland Vogel auch die Arzt-Praxis in Kastl weitergeführt werde. Weitere Maßnahmen waren die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Kastl-Reuth, die Umstellung der Mehrzweckhallenbeleuchtung auf LED und die Erschließung des Baugebiets "Flurweg".

Etterer berichtete weiter vom Beschluss, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kastler Grundschule zu errichten: Diese soll in Eigenregie mit der Möglichkeit der Eigenstromnutzung für Schule, Kindergarten und Mehrzweckhalle gebaut werden. Der Gemeinderat beschloss auch, die Straßenbeleuchtung auf das Energiesparmittel TC-TEI umzurüsten. Die Kosten von knapp 20 000 Euro sollen sich in zwei bis zweieinhalb Jahren amortisiert haben.

Weitere Aspekte, die Etterer beleuchtete, waren der Spielplatz in Altköslarn, das Energieeinspar-Förderprogramm, die Bauschuttdeponie und das Bayerische Breitbandförderprogramm. Bei Letzterem hat die Kommune für den DSL-Ausbau bei geschätzten Investitionskosten von knapp 1,2 Millionen Euro einen Eigenanteil von knapp 200 000 Euro zu tragen. Eine Lanze brach Etterer für die interkommunale Zusammenarbeit. Hier hob er besonders das Kernwegenetz hervor.

PV-Anlage blendet

Die Anregungen und Anfragen der Bürger hielten sich in Grenzen: Themen waren die Straßenausbesserung Wolframshof, das Parkverhalten in der Schulstraße, die Parksituation Talstraße/Lettenring, eine "blendende" Solaranlage in Troglau sowie ein fehlendes Schneefanggitter am Schloss Wolframshof. Bürgermeister Etterer versprach, dass die Wortmeldungen in einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderates behandelt werden.
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