"Fürchten brauch ma uns nicht"

Über das Leben nach dem Tod und den Sinn des Lebens referierte Dr. Erwin Brucker auf Einladung des Arbeitskreises "Ökumene".

Erwin Brucker spricht im evangelischen Gemeindehaus über das Leben nach dem Tod. Dabei stellte er auch viele Fragen.

Grafenwöhr/Pressath. (rgr) Gibt es ein Leben nach dem Tod? Und: Was ist eigentlich der Sinn meines Lebens? Mit diesen stets aktuellen Fragen beschäftigte sich Dr. Erwin Brucker aus Plattling im evangelischen Gemeindehaus Grafenwöhr. Pfarrer Dr. André Fischer begrüßte den Referenten und die Zuhörer, auch im Namen von Pfarrer Bernhard Müller und dem Arbeitskreis "Ökumene" und meinte: "Mit diesem Thema wurde ein Nerv getroffen." Der Saal platzte aus allen Nähten.

"In der heutigen Zeit wird das Sterben ausgegrenzt und findet nur noch in den Altenheimen und Krankenhäusern statt. Den Tod der Sterbenden zu erleben, gibt es nicht mehr. Der Tod ist nicht existent, weil wir ihn nicht sehen wollen", erklärte der gebürtige Tirschenreuther. Für ihn gibt es drei zentrale Fragen: "Wo kommen wir her, was sollen wir hier und wo gehen wir hin?"

Es kommt noch eine Frage hinzu: "Wie können wir ein glückliches Leben führen?" Ein Atheist würde sagen: "Alles machen, was Spaß macht." Für jemanden, der glaubt, sei dies anders. Für diese Menschen bedeutet ein glückliches Leben, wenn sie Gutes tun. Der Referent berichtete von Nahtoderlebnissen, die ihm einige Patienten seiner neurologischen Praxis beschrieben haben. Einer davon erzählte aus seiner Komazeit: "Fürchten brauch ma uns nicht." Als er das Licht sah, war er richtig zufrieden und hatte keine Schmerzen. Als er jedoch den Schmerz seiner Frau sah, wollte er wieder zurück. Ein anderer wollte auch wieder zurück, als er die Ärzte fragen hörte: "Hat er einen Organspendeausweis unterschrieben?"

Dr. Brucker versteht den Körper als eine Burg. "Ganz innen ist Gott. Wenn man sich zurücknimmt, kann man Gott auch spüren", ist er sich sicher. Glücklich sei man, wenn man Gutes tut, das man nicht hätte tun müssen. Neu anfangen und verzeihen, seine Aufgaben auf Erden zu erfüllen und Interesse an der Religion zu haben, gehöre dazu. Der Sinn des Lebens ist leben, lieben und glauben. "Es gibt eine Weiterentwicklung", ist sich Dr. Brucker sicher. Wie diese aussieht, könne er jedoch nicht beantworten. Der Referent stellte mit dem Vortrag auch sein Buch vor, das sich mit diesen Fragen beschäftigt.

Abschließend bedankten sich Pfarrer Dr. André Fischer und Kaplan Thomas Thiermann bei Dr. Erwin Brucker. Der Kaplan hat die Verbindung zum Referenten hergestellt, da beide aus Tirschenreuth stammen.
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