Fürs letzte Geld ein Gulasch

Unübertroffen ist die Atmosphäre rund um die illuminierten Fördertürme. Bilder: swt (4)

"What a beautiful market", sagte eine junge Amerikanerin. Die deutsche Übersetzung "Was für ein wunderschöner Markt" gab es am Wochenende bei der Bergwerksweihnacht auf Maffei ebenfalls oft zu hören. Nur die Kinder mussten auf "ihren Keller" verzichten.

Tausende von Besuchern pilgerten am Wochenende zum alten Bergwerksgelände auf Maffei, wo mehr als 150 ehrenamtliche Helfer wieder einen Weihnachtsmarkt der besonderen Atmosphäre geschaffen hatten. Die Bergwerksweihnacht unter den illuminierten Fördertürmen ist längst kein Geheimtipp mehr.

Reisebusse rollen aus ganz Nordbayern an. Etliche kommen auch mit Zug aus Nürnberg oder fahren aus Schmidmühlen, Regensburg, Schwandorf oder Amberg an, um die außergewöhnliche Kulisse zu bestaunen. Eine Dame aus dem Fichtelgebirge steht am Gulaschstand und bezahlt mit ihrem letzten Geldschein. "Ich hab' soviel gekauft wie noch nie auf einem Weihnachtsmarkt!", kichert sie und lobt "die unvergleichliche Stimmung und die wunderbaren Angebote".

Das Internet als Lockvogel

Eine Familie aus Thüringen hat im Internet von der Weihnacht auf Maffei gelesen und sich auf den Weg gemacht. Viele US-Amerikaner sind gekommen, staunen über das Lichtermeer und die vielen kunsthandwerklichen Angebote. "What a beautiful market", begeistert sich eine junge Frau aus Vilseck.

Neu dabei sind die Aussteller im Keller der Schachthalle Eins, wo sonst die Kinderweihnacht über die Bühne ging. Sie musste wegen Bauarbeiten in diesem Jahr ausfallen, was vor allem die Familien bedauerten. Der Andrang im Keller ist dennoch groß. Lediglich die älteren Besucher tun sich schwer, da der Keller nur über Treppen zu erreichen ist.

Viel Mühe haben sich die Dekorationshelfer auf Maffei gegeben. Überall leuchten Lichterketten, Sterne und Teelichter in Gläsern. Die frischen Tannenbäume wurden durch einfache Holzpyramiden ersetzt, die apart im Dunkel wirken. Vermisst wird der große Christbaum im Nordischen Dorf vor allem von den Ausstellern. Die kunstvoll geschichtete Pyramide mit den Kerzengläsern verschwindet fast im Dunkel unter dem Förderturm.

Gut "behütet"

Von Anfang an als Aussteller dabei ist die Familie Mühlbauer aus Lam im Bayerischen Wald. Sie haben Holzdeko mitgebracht. An ihrem Standort im Nordischen Dorf gehen die Geschäfte gut. Beim "Höidlwahnsinn" von Theresia Eisend werden bunte Filzhüte probiert. Die Nitzlbucherin verbreitet Fröhlichkeit unter den Gästen. Metallobjekte, Töpferarbeiten oder antikes Metallspielzeug: Die Besucher sind begeistert vom Angebot.

Damit an diesem Wochenende alles reibungslos abläuft, sichern Dutzende von Feuerwehrleuten Eingänge und Zufahrten oder lotsen Busse zum Gelände. Rotes Kreuz und Arbeiter-Samariterbund halten sich hinter den Kulissen bereit. Viele Helfer kontrollieren an den Eingängen die Bänder. Trotz aller Veränderungen: Die Bergwerksweihnacht auf Maffei hat nichts von ihrem besonderen Reiz verloren.
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