Fürs Umland da - aber nicht nur

"Uns geht es jetzt nicht darum, dass wir uns durch Anträge profilieren", sagt Johann Kaiser, der Fraktionssprecher der Christlichen Umland-Union. Als sein Credo formuliert er, dass gute Vorschläge für die Stadt Auerbach und ihre Bürger umgesetzt werden sollen, egal von wem sie kommen. Bild: swt

Beobachter des Geschehens im Auerbacher Stadtrat haben mitunter den Eindruck, dass die Christliche Umland-Union (CUU) zwar an der Basis Ideen aufnimmt und weiterleitet, aber "richtig in die Puschen" kommen dann andere. Eine Idee wie die Satzung für Vereine, die sie forderte, brachten dann die Freien Wähler ein.

Während andere Fraktionen in den vergangenen Monaten einen Antrag nach dem anderen im Auerbacher Stadtrat vorlegt, scheint die Christliche Umland-Union (CUU) die Leidtragende zu sein. Ein Thema für das Sommergespräch der SRZ mit ihrem Fraktionschef Johann Kaiser.

SRZ: Welche Vorstellungen und welche politischen Absichten verfolgt die CUU in den nächsten Monaten?

Wir werden weiterhin gemäß unseres Leitbildes in der Satzung in unserer Kommune arbeiten. Dort heißt es, die CUU will zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet durch verantwortungsvolle Mitarbeit in allen kommunalpolitischen Gremien beitragen. Dieses Ziel soll auf überparteilicher Ebene in unabhängiger, toleranter Form angestrebt werden. Nachzulesen auf unserer Homepage www.c-u-u.de

Wie geht die Fraktion damit um, dass Ideen zwar veröffentlicht, aber dann von anderen Gruppierungen in Angriff genommen werden?

Da stehen wir drüber. Soll heißen, wir sind für konstruktive Vorschläge anderer Fraktionen aufgeschlossen und werden diese auch dementsprechend unterstützen.

Wir haben in der letzten Periode einige Anträge gestellt. Damals hatte noch keine andere Partei Anträge gestellt. Leider wurden unsere Anträge, die vor allem das Umland betroffen haben, parteiübergreifend abgelehnt. Allerdings haben wir auch festgestellt, dass einige Vorschläge die von uns eingebracht wurden, abgelehnt und später in geänderter Form umgesetzt wurden.

Außerdem haben wir in der letzten Periode als einzige Partei der Verwaltung einen Investitionsplan mit 52 Punkten vorgelegt. Erfreulicherweise sind bis heute über die Hälfte der Punkte umgesetzt worden. An den restlichen offenen Projekten arbeiten wir kontinuierlich.

Nennen Sie uns bitte Beispiele.

Projekte, die andere auf ihr Erfolgskonto schreiben, bei denen die CUU aber mit angeschoben hat, sind Kleinkläranlagen und die Dorferneuerung Gunzendorf. Da war unser Stadtrat Josef Lehner mit federführend. Beim Radweg Nasnitz - Weidlwang war unser ehemaliger Ortssprecher Siegfried Sattler Vorreiter.

Wie wollen Sie in Zukunft mit Anträgen umgehen?

Uns geht es jetzt nicht darum, dass wir uns durch Anträge profilieren. Sondern dass gute Vorschläge, egal von wem sie kommen, zum Wohl unserer Bürgerinnen und Bürger und unserer Stadt umgesetzt werden. Das unterstützen wir. Das heißt aber nicht, dass wir zukünftig keine Anträge mehr stellen werden. Sollte unseres Erachtens ein Antrag notwendig sein, stellen wir ihn natürlich.

Bisher tut sich die Partei schwer, ein eigenes Profil zu finden, was sie derzeit durchaus mit der CSU und der SPD gemeinsam hat. Wie möchte sich die CUU als Fraktion, aber auch als Ortsverein in der Zukunft präsentieren und wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken?

Wir haben unser eigenes Profil. Das hat auch das letzte Wahlergebnis gezeigt. Wir sind in dieser Periode wieder mit drei Stadträten und einem Ortssprecher im Stadtratsgremium vertreten und konnten somit unser Ergebnis von 2008 halten. Übrigens ist das die höchste Zahl an Gremiumsmitgliedern seit Bestehen der CUU. Politisch interessierte Bürger haben dies erkannt und dadurch unsere Arbeit gewürdigt.

Wir sind keine Event- oder Sponsorengruppe. Das heißt, wir wollen keine öffentlich wirksamen Events veranstalten oder auch keine Präsentüberreichungen durchführen, nur damit wir wegen dieser im Gespräch bleiben. Sondern wir wollen weiterhin Projekte in der Stadt durch konstruktive Stadtratsarbeit voranbringen.

Sie führen das Umland im Namen. Wie sieht es mit Ihrer Verwurzelung dort aus?

Als einzige Fraktion halten wir unsere Sitzungen in Gaststätten im Umland ab und sind nach der Sitzung dort für Anliegen jederzeit ansprechbar. Außerdem haben wir im Umland schon einige Info-Veranstaltungen unter dem Motto "Wir stellen uns", in der die CUU-Stadträte von ihrer Arbeit berichten, durchgeführt. Diese Veranstaltungen werden wir auch weiterhin abhalten.

Ich möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir nicht nur für das Umland, sondern für die ganze Stadt da sind. Wir haben bisher die Beschlüsse für Angelegenheiten im Stadtbereich, die wir für sinnvoll hielten, mitgetragen und werden Beschlüsse auch weiterhin mit tragen. Wir unterstützen aber auch besondere Veranstaltungen in unserer Kommune. So beteiligen wir uns am Ferienprogramm der Stadt oder arbeiten auch bei der Maffei-Weihnacht mit.

Gibt es Pläne für Veranstaltungen und Mitgliederwerbung in den nächsten Monaten?

Es sind im Herbst zwei Info-Veranstaltungen geplant. Dazu werden wir fachkundige Referenten einladen. Außerdem haben wir, wie im Wahlprospekt vorgestellt, in jeder ehemalige Gemeinde Mitglieder als Ansprechpartner, die uns Anliegen von Bürgern aus dem betroffenen Ortsteil mitteilen. So besteht die Forderung, mehrere Bürgerversammlungen im Umland jährlich abzuhalten. Diese werden wir weiterhin einfordern.

Eine aktive Mitgliederwerbung führen wir nicht durch. Jedoch hat sich seit der Wahl 2008 die Mitgliederzahl verdoppelt. Wir halten aber nichts davon, auf Biegen und Brechen ein großer Verein zu werden. Uns geht es mehr darum, engagierte Mitglieder zu haben, die sich auch einbringen können. Wenn wir durch unsere Arbeit überzeugen können und dadurch Beitritte zur CUU verzeichnen, zeigt uns das, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Hat die CUU auch einen Draht zur Jugend?

In der CUU sind auch Jugendliche beziehungsweise jüngere Mitglieder, die den Kontakt zur Jugend im Umland haben, mit eingebunden. Für uns als CUU ist besonders wichtig, deren Probleme und Wünsche zu kennen und zu berücksichtigen.
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