Fürs Wasser muss mehr fließen

Zirka 257 000 Kubikmeter Trinkwasser passieren jährlich das Wasserwerk am Hotzaberg. Es erhielt im Jahr 2000 eine umfangreiche Sanierung und Erweiterung. Bild: rn

Der Wasserpreis erhöht sich. Rückwirkend zum 1. Januar kostet der Kubikmeter statt 1,01 nun 1,13 Euro. Dies beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Die Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung gilt für vier Jahre.

Wie Kämmerer Karl Stopfer ausführte, hat das Wasserwerk der Stadt in den Jahren 2011 bis 2014 eine Unterdeckung von 110 000 Euro erwirtschaftet. Gemäß Rechnungsergebnissen wäre eine Unterdeckung bis 262 000 Euro abgedeckt. Die Rücklage lag zu Beginn des Jahres bei 125 000 Euro. Er versicherte, dass diese Rücklage in den Kalkulationszeitraum 2015 bis 2018 übernommen wird und zu einer Minderung der Wassergebühr um 0,14 Euro führt. Ohne die Gebührenüberschüsse der Vorjahre müsste die Wassergebühr künftig auf 1,27 Euro steigen.

"Die Betriebskosten des Wasserwerks sind an Löhne, Verbraucherpreise und Energie gekoppelt", informierte der Kämmerer. Zu den kalkulatorischen Kosten wie Abschreibungen führte er aus, dass diese zu Beginn des Kalkulationszeitraums bei 72 000 Euro liegen und infolge geplanter Baumaßnahmen bis zum Jahr 2018 auf jährlich 93 000 Euro steigen. Als Grundlage der Neuberechnung habe auch der Wasserverbrauch gedient. Dieser habe sich gegenüber der Kalkulation für die Jahre 2011 bis 2014 um 10 000 Kubikmeter auf 257 393 Kubikmeter erhöht.

"Die Erhöhung um 0,12 Euro pro Kubikmeter entspricht bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch einer Mehrbelastung von jährlich 4,80 Euro zuzüglich 0,34 Euro Umsatzsteuer", relativierte Stopfer. Bereits für die Jahre 2003 bis 2006 lag der Wasserpreis bei 1,12 Euro bevor er dann sank. Für die Gebührensätze anderer Gemeinden interessierte sich Marcus Gradl. Der Kämmerer erklärte, dass er solche Vergleiche für wenig informativ halte, weil sich das Umlageverfahren von Gemeinde zu Gemeinde unterscheide. So erhebe die Stadt Verbesserungsbeiträge für den Erhalt der Versorgung direkt von den Grundstücksbesitzern, andere Kommunen würden solche Kosten auf den Wasserpreis umlegen.

"Wir haben im Landkreis die niedrigsten Wassergebühren", zeigte sich Fritz Betzl überzeugt, die Anhebung sei angebracht. Matthias Haberberger wollte wissen, ob im Trinkwasserbereich künftige Investitionen erforderlich sind, die Auswirkungen auf den Wasserpreis haben. "Es stehen keine Baumaßnahmen an", versicherte Bürgermeister Peter Lehr. Er informierte die neuen Stadträte über ehemalige hohe Wasserverluste wegen maroder Leitungen. Durch laufende Erneuerungen im Leitungssystem sei die Verlustquote mehr als halbiert worden.
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