Fundgrube der Stadtgeschichte

Nur noch Geschichte: Das Pfreimder Haas-Haus. Die Geschichte der Pfreimder Kaufmannsfamilie wird in der neuesten Jahresschrift erzählt.

Ein Arbeitskreis mit einem langen Atem: Seit 1985 gibt der "Stadtturm" seine Jahresschrift heraus. Sie ist auch dieses mal eine historische und heimatkundliche Fundgrube, angefüllt mit Pfreimder Themen.

Pfreimd. (hm) Die neueste Ausgabe beinhaltet sieben Beiträge aus der wechselvollen Geschichte der Landgrafenstadt. Kurt Engelhardt aus Nabburg beschreibt vorgeschichtliche Funde aus dem Süden von Pfreimd und geht auf den rätselhaften Fund eines Metallbeils aus der Zeit der Altheimer Kultur (3800 bis 3400 v. Chr.) ein (wir berichteten). Mit dem Fund einer Haarspange aus der Jugendstilzeit setzt sich Ernst Thomann aus Nabburg auseinander.

Günther Friedl aus Pfreimd ruft die Geschichte der Brücken und Stege von Pfreimd nach Iffelsdorf in Erinnerung. Der Stadtgraben und die Naab trennten seit jeher Pfreimd und Iffelsdorf voneinander. Neben dem Weg über Untersteinbach und die "Kellern" gab es nur zwei kleine Brücken; zunächst war dies ein einfacher Holzsteg mit Balkengeländer, der den Schleifgraben überquerte. Am Naabufer gelangte man zur höher liegenden zweiten Brücke, den so genannten "eisernen Steg", der im Jahr 1911 erbaut worden war und schließlich 1975 abgebrochen wurde.

Streit der Türmer

Ein Detail aus dem Türmerwesen hat sich Josef Eimer aus Wernberg-Köblitz herausgegriffen. Als der Pfreimder Stadttürmer Vinzenz Rauch 1813 den Folgen einer Lungenentzündung erlag, wurde 1821 der Türmerdienst zu Pfreimd an Joseph Eisenreich, dem Gesellen des Verstorbenen, verliehen. Das damit verbundene Recht, bei öffentlichen Tänzen und anderen Belustigungen Musik zu machen, sollte Jahre später Anlass für eine Beschwerde über seinen Nabburger Türmerkollegen sein. Dieser habe die Behauptung aufgestellt, er allein habe das Recht, bei solchen Veranstaltungen zu musizieren. Der Streitfall war schnell aus der Welt geschafft, da Landrichter Schönhueb dem Pfreimder Türmer Recht gab und seinen übereifrigen Nachbarn in die Schranken wies.

Den Alltag im Bürgerspital in Pfreimd in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts lässt Gertrud Burkhard aus Atzenhof aufleben. Sie stand dort vor 60 Jahren im Dienst und war sowohl mit den Arbeiten im Haus wie auch im Stall und in der Landwirtschaft betraut. Als sie dort ihren Dienst aufnahm, lebten zehn ältere Menschen im Bürgerspital. Der Lohn betrug im ersten Jahr 30 Mark pro Monat.

Die Geschichte der Pfreimder Kaufmannsfamilie Haas beleuchtet Helmut Friedl. Seit dem Tod der letzten Geschäftsbetreiber Ulrich Haas (+ 2004) und dessen Schwester Theresia Hössl (+ 2006) ruht das Geschäft und das Gebäude steht mittlerweile leer. Damit ist ein fast 200-jähriger Gewerbebetrieb zu Ende gegangen. Friedl beschreibt die Anfänge des Geschäfts, das 1881 aus der Eisenwarenhandlung Haas hervorging. Die Schmiedetradition lässt sich viel weiter zurückverfolgen. Bereits in den Jahren um 1900 konnte ein umfangreiches und breitgefächertes Warenangebot vorgehalten werden.

Zum englischen König

Hans Paulus widmet sich der Gesandtschaftsreise des Landgrafen Georg Ludwig von Leuchtenberg nach England im Jahr 1605. Der Landgraf verwaltete das Amt des Reichshofratspräsidenten. In dieser Eigenschaft führte er in kaiserlichem Auftrag in der Angelegenheit des Türkenkrieges und der deutschen Hanse eine Gesandtschaft zu König Jakob I. von England.

Die neueste Ausgabe der Jahresschrift des "Stadtturm" (Jahrgang 31/2015) ist bei Papier-Eisenreich sowie im Rathaus (Kasse) zum Preis von 9,50 Euro erhältlich.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.