Fußball spielen im Schnee

Die Asylbewerber aus dem Kosovo haben sich schon etwas eingelebt. Unser Bild zeigt sie zusammen mit Vermieter Günter Pöhnitzsch (hinten links), Bürgermeister Josef Schmidkonz (Vierter von links), den Vertreterinnen der AWO, Angelika Würner (Dritte von links) und Tatjana Schumacher (Zweite von rechts) sowie Julia Zeitler von der Caritas (Fünfte von links). Bild: wg

Die kleine Ortschaft Griesbach hat Zuwachs bekommen. 20 Asylbewerber aus dem Kosovo sind hier untergebracht. Auch wenn ihre Chancen auf dauerhafte Anerkennung verschwindend gering sind, hoffen sie auf Arbeit und Bleiberecht.

Angelika Würner von der Arbeiterwohlfahrt und Julia Zeitler von der Caritas wissen, in welchem Zustand Asylbewerber oder Flüchtlinge im Landkreis ankommen, ehe sie auf die in aller Eile vorbereiteten Unterkünfte verteilt werden. Oft haben sie nichts dabei außer einer Plastiktasche, in der sich ihr ganzes Hab und Gut befindet.

Manche haben nur kurze Hosen an, weil sie keine Winterkleidung besitzen. Viele sind verschüchtert, müde, hungrig. Jetzt kümmern sich die Vertreter der Arbeiterwohlfahrt und Caritas auch um die inzwischen 20 Asylbewerber aus dem Kosovo, die in dem Haus von Günter Pöhnitzsch einquartiert sind. Insgesamt knapp 300 Asylsuchende sind inzwischen im Landkreis Tirschenreuth untergebracht.

Zwischen 17 und 43 Jahren

In Griesbach kamen die ersten zehn Asylbewerber fünf Tage vor Weihnachten an, weitere sechs am 15. Januar und später noch einmal vier. Sie sind aus dem Kosovo oder Kosovo-Albaner, alles Muslime und zwischen 17 und 43 Jahren alt. Außer einem Ehepaar sind es nur Männer, ein Großteil zwischen 18 und 30 Jahren. Etliche haben einen langen Weg und schwere Schicksale hinter sich.

Kein Geschäft am Ort

In der Unterkunft, die Vermieter Günter Pöhnitzsch für die Asylbewerber extra umgebaut hat, fühlen sie sich wohl, auch wenn sie in Griesbach recht abgeschieden leben: Es gibt keinen Arzt und kein Geschäft, in dem sie einkaufen können, auch die Busverbindungen sind nicht üppig. Ein Lichtblick ist das "Baxi", außerdem können sie mit dem Vermieter nach Tirschenreuth fahren. Für den Weg zurück legen die Asylbewerber meist für ein Taxi zusammen. Die Asylbewerber werden, so gut es geht, durch den Vermieter betreut. Arbeiterwohlfahrt und Caritas helfen mit "Care-Paketen" zur Erstausstattung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Dingen wie Kleidung und Schuhen. Bürgermeister Josef Schmidkonz war schon sechs Mal vor Ort, um sich mit den neuen Mitbürgern zu unterhalten und mehr über sie zu erfahren.

Wenn alles klappt, will die Gemeinde den jungen Männern abwechselnd einen Ein-Euro-Job im Bauhof anbieten. Für die Sicherheitskleidung würde die Gemeinde sorgen. Gemeinnützige Arbeit oder ein Ein-Euro-Job wären auch während des Asylverfahrens erlaubt, weiß Angelika Würner.

Über einen Computer, gespendet von der Firma Hamm, haben sich die Asylbewerber sehr gefreut. Sie müssen für alles selbst aufkommen und Lebensmittel ebenso wie Kleidung oder Telefongebühren, Bus oder Taxi von dem Geld zahlen, das sie statt der früher üblichen Lebensmittel- und Kleiderzuteilung bekommen. Nach und nach erfolgt derzeit die Registrierung in Zirndorf. Zu den Terminen fährt die AWO die Asylbewerber, ebenso zu Deutschkursen in Tirschenreuth.

Nette Geste: Fußballschuhe

Sehr freuen würden sich die Asylbewerber aus dem Kosovo natürlich über Kontakte mit Einheimischen. Fast alle jungen Männer spielen beispielsweise gerne Fußball. Wenn sich Sport- oder andere Vereine bereiterklären würden, die Leute ins Training einzuladen, sie abzuholen und zurückzubringen, wäre das optimal: "Damit sie mal aus dem Haus kommen", meint Julia Zeitler.

In der Nähe ist der Fußballplatz, auf dem die Asylbewerber schon ein paar Mal mit Griesbachern gespielt haben. Eine schöne Geste war auch der Besuch eines Mitglieds des Sportvereins, der Fußballschuhe vorbeigebracht hat.
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