Fußballer verlieren Führung

Die Personalprobleme bei den TSG-Fußballern werden immer größer. Auch Abteilungsleiter Rainer Vater will nicht mehr.

Weiherhammer. (baw) "Das war für die Katz." Dieser Ausspruch war in der außerordentlichen Versammlung der TSG-Fußballer von mehreren der 53 Teilnehmer zu hören. Die Hoffnung, Interessierte für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu gewinnen, um nach dem Rücktritt von Vorstandsmitgliedern, Mitarbeitern und Betreuern das große Personalproblem lösen zu können, schlug fehl. Auch Abteilungsleiter Rainer Vater kündigte zur Jahreshauptversammlung am 6. Januar seinen Rücktritt an, sollte sich nicht grundlegend etwas ändern.

Helfer dringend nötig

"Die TSG-Fußballer brauchen dringend Helfer, die jetzige Situation ist nicht mehr tragbar", eröffnete Vater seinen Bericht. Die C-Jugend stand in der vergangenen Saison in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Etzenricht. Trainer Dominik Schießl steht jedoch in der neuen Saison nicht mehr zur Verfügung.

Wegen Spielermangels musste die A-Jugend abgemeldet werden. Aktuell bilden die Jugendlichen A bis D eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarverein. Nur noch in der E-, F- und G-Jugend hat Weiherhammer eigene Mannschaften. Abwärts gegangen sei auch die ehrenamtliche Mitarbeit. Robert Kohl kann aus privaten Gründen den Verein in der Pflege der Sportanlage nicht mehr wie zuvor unterstützen.

Nicht mehr kandidieren wollen bei den Neuwahlen im Januar die Vertreter der Abteilungsleitung, Rainer Niewerth und Christian Härtl, sowie Spielleiter Thomas Kisbauer, der ebenfalls bereits beim Förderverein zurückgetreten ist. Gewonnen wurde lediglich Erwin Weigl für die Pflege des Sportplatzes.

Dies alles habe zur Folge gehabt, dass er neben der Abteilungsleitung auch Platzwart, Jugendtrainer und auch für die Presseberichte verantwortliche sei, meinte Vater. Aber auch andere Mitarbeiter hätten eine Doppelbelastung. Ihm sei es nicht gelungen, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden. Er sei deshalb an einem Punkt angelangt, dass er so nicht weitermache. "Wenn man solche Brocken verliert, wie sieht dann die Zukunft aus?", stellte Vater in den Raum.

Falls die Teilnehmer nun eine klare Aussprache erwartet hatten, wurden sie enttäuscht. Vater beendete die Versammlung. Erst nach einiger Zeit - einige Mitglieder machten sich bereits auf den Weg in die Gaststätte oder hielten sich vor dem Sportheim auf - forderte Christian Härtl eine Aussprache. Georg Schätzler wollte von Vater wissen, ob er in der Jahreshauptversammlung wieder als Leiter zur Verfügung stehe, wenn ein neuer zweiter und dritter Leiter gefunden werden. "Nach jetziger Sicht nicht", meinte Vater.

Der Hauptverein wollte sich aus der Angelegenheit heraushalten, sagte zweiter Vorsitzender Andreas Solter. Er wollte wissen, warum nahezu die gesamte Führungsriege auseinanderbreche. Die Antwort blieb man ihm schuldig. Nach Härtl sei niemand mehr bereit, Betreuer oder Trainer zu machen.

Niemand hängen lassen

Rainer Niewerth, der ebenfalls seinen Rücktritt angekündigt hatte, versicherte, dass er niemand hängen lassen werde, wenn Not am Mann sei. Er sei schon seit fünf Jahren Jugendbetreuer. Karl Förster schlug vor, bei den Aktiven der ersten und zweiten Mannschaft vorzufühlen. Aktive Spieler hätten auch die Fertigung der Stadionzeitung von Thomas Kisbauer übernommen.

Dem widersprach Tobias Scheibl. Man könne von einem 20- bis 22-jährigen Spieler nicht verlangen, dass er einen Vorstandsposten übernimmt, außerdem dreimal Training und ein Spiel in der Woche habe. Nach Vater werde man in Zukunft zwei Seniorenmannschaften nur noch über Spielgemeinschaften besetzen können. Einig war man sich darüber, dass noch einige Gespräche notwendig sind, um eine Lösung zu finden.
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