Fußballerin Nadine Kraus wechselt zum Zweitligisten VfL Bochum - Probleme und Irritationen beim ...
Vom Osten in den tiefen Westen

Nadine Kraus spielt künftig für den VfL Bochum. Bild. hfz
Bochum/Pressath. (mr) Nein, das war's noch nicht: "So wollte ich nicht aufhören." Dafür liebt Nadine Kraus den Fußball viel zu sehr. Um aufzuhören, ist die 27-Jährige ohnehin zu jung. Es war allerdings in den vergangenen eineinhalb Jahren ruhig geworden um die ehemalige Junioren-Nationalspielerin, die aus Pressath (Kreis Neustadt/WN) stammt. Es gab etliche Probleme und Irritationen beim Bundesligisten USV Jena. In der Winterpause wechselte die Oberpfälzerin jetzt zum Nord-Zweitligisten VfL Bochum.

"Ich trainiere seit einer Woche beim VfL mit", erzählt sie. "Die Mädels haben mich wirklich toll aufgenommen." Eine ganz junge Truppe hat der VfL. "Ich soll da mit meiner Erfahrung auch ein bisschen weiterhelfen", sagt Kraus, die die Defensive des derzeitigen Tabellensiebten der 2. Bundesliga Nord stabilisieren soll. Mit dem 1. FC Saarbrücken und der SG Essen-Schönebeck spielte sie auch schon in der 1. Bundesliga, ehe sie 2011 in derselben Liga nach Jena wechselte. Dort wollte sie den nächsten Schritt in ihrer Karriere machen. Anfangs lief es auch ganz gut. Fußball und Studium (Sportwissenschaft) - das klappte in der ostdeutschen Universitätsstadt.

2013 gab es allerdings Probleme bei der Vertragsverlängerung, ein unterschriftsreifes Angebot zog der Verein kurzfristig zurück - ohne stichhaltige Begründung. "Vom Verein kam danach eigentlich nichts mehr", blickt Kraus zurück. Sie spielte und trainierte noch ab und an in der zweiten Mannschaft. Zu der Zeit wurde sie aber auch in ihrem Job als Fitnesstrainerin gefordert. "Da hat alles schon ziemlich weh getan", blickt sie auf die letzten Monate in Jena zurück. "Ich konnte lange nicht mit dem Thema abschließen", gibt sie zu, "aber jetzt habe ich für mich einen Schlussstrich gezogen."

In Bochum will Kraus, die 2008 mit Saarbrücken im DFB-Pokalfinale (1:5 gegen den 1. FFC Frankfurt) stand, wieder regelmäßig spielen. Schon vor einem halben Jahr hatte die Pressatherin mit einem Wechsel vom Osten tief in den Westen nach Bochum geliebäugelt. Kraus hatte zunächst angefragt, ob sie als Trainerin im Nachwuchsbereich mitarbeiten könnte. Die VfL-Verantwortlichen wollten sie dann auch als Spielerin für die Zweitliga-Mannschaft haben.

Im grünen Bochumer Stadtteil Stiepel hat die Oberpfälzerin mittlerweile ein kleine Wohnung gefunden, auch als Fitnesstrainerin wird sie halbtags arbeiten. Ihren Einstand auf dem Platz könnte die Pressatherin schon am Sonntag geben. "Vielleicht stehe ich gegen Cloppenburg schon im Kader." Nadine Kraus denkt noch lange nicht ans Aufhören.
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