Ganz frühe Arbeiten

Mit Robert Schad stellt das Museum Lothar Fischer einen der international renommiertesten Bildhauer der Gegenwart vor. Trotz ihrer enormen Schwere und Materialität beeindrucken seine Stahlarbeiten durch eine gekonnt-spielerische Leichtigkeit und eine unverwechselbare Dynamik.

Durch den Körper, durch den Raum" betitelt Robert Schad seine Ausstellung, die 30 seiner Arbeiten im Museum Lothar Fischer in Neumarkt zeigt. Die Exponate des 1953 geborenen Ravensburgers begegnen uns im öffentlichen Raum, aber auch in Museen, filigrane Gebilde ebenso wie massive Konstruktionen aus Vierkantstahl, den der Künstler unter Aufbietung aller Kräfte in den Raum hineingezeichnet hat.

Schad - wir treffen ihn gerade an, als er eine seiner Großplastiken mit einer Hilfsmannschaft im Museum platziert, nutzt diese Gelegenheit, zu erklären wie er das starre, schwere Material aus einer Linie entwickelt und dann in den Raum hinein fortsetzt. Nicht gebogen sondern im Winkel angeschweißt, bildet sich aus der Linie das Körperliche. Es beginnt zu leben, zu wachsen. Die Natur steht Pate bei Schads Werken, liefert Anregung, Inspiration, Intuition.

So entstehen Formen, die etwas Figürliches haben, sich dem Betrachter als Tanzpartner an bieten. Sie wirken lebendig wie das Leben selbst . Die Skulptur wird zum Partner des Menschen, wird zum Gegenüber, zum Markstein, bietet Orientierung.

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Die Wurzeln für dieses Schaffen wurden gepflanzt ab 1974, als Robert Schad Schüler von Wilhelm Loth und Albrecht von Hancke an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste war. In zwei eigenen Räumen zeigt das Lothar Fischer Museum diese ganz frühe und selten in Ausstellungen dokumentierte Schaffensphase von Robert Schad. Es sind vor allem die Zeichnungen, die in starken, einfachen dicken Strichen sich zu Flächen und Räumen und erstmals auch zu Figuren bilden. Eine Nachformung mit dem Material Eisen ist logisch.

Im plastischen Bereichen verbindet Schad in diesen früheren Jahren Eisen mit Wachs und anderen Materialien, zeigt sich dabei sehr flexibel. In Materialkombination und Formgebung wird er dabei auch angeregt von Lothar Fischer, der mit Wilhelm Loth, Schads Lehrer in Kalrlsruhe befreundet war. Diese Verbindung dokumentiert sich darin, dass Christel und Lothar Fischer Auch Werke von Loth für ihr Museum erwarben. Zwei sind derzeit dort ausgestellt.

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Preis an Stefan Rohrer

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Zur neuen Ausstellung gibt es auch diesmal eine Reihe herausragender Veranstaltungen, die das Werk Robert Schads begleiten, vor allem pädagogische Angebote für alle Jahrgangssstufen. Schad wird am Samstag, 10. Oktober, bei einer Museums-Kulturnacht eine eigene "Skulptur-Tanz-Musik-Performance" mit der Tänzerin Fine Kwiakowski und dem Kontrabassisten David Chiesa zeigen

Verbunden mit dieser 34. Ausstellung ist die Vergabe des Lothar-Fischer-Preises als Förderpreis für jüngere Künstler und Künstlerinnen. Heuer erhält diese Auszeichnung der 1968 geborene Göppinger Bildhauer Stefan Rohrer, der bei Professor Werner Pokorny und Professsor Micha Ullmann von 199 bis 2004 in Stuttgart studierte.

Rohrer widmet sein Schaffen einer Ikone unserer Industriegesellschaft, dem Auto. setzt künstlerisch dessen Mythos fort. Aus Karosserien, Motorrollern, Modellautos formt Rohrer neue unverwechselbare Gebilde. Er verbindet die Einzelteile neu, gibt ihnen in einer neuen Verbindung eine andere Funktion. In den entstehenden Exponaten thematisiert Rohrer Licht- und Schattenseiten der Autowelt, jedoch ohne ideologischen Ballast , farbenfroh und mit aller Leichtigkeit. Mit diesem Preis ist eine Ausstellung verbunden, die im Museum vom 5. Juni bis 25. September 2016 gezeigt wird.
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