Ganz, ganz weit nach Norden

Bei diesen Köstlichkeiten aus Skandinavien bleibt der Appetit nicht aus. Bilder: bba (2)

Die skandinavischen Länder gibt es für viele nur in den Nachrichten. Urlaub wird im Süden gemacht. Gerade deshalb hat das Berufliche Schulzentrum (BSZ) den Blick gezielt nach Nordeuropa gerichtet.

Sulzbach-Rosenberg. (bba/lz) Wissenswertes und Kulinarisches, gesellschaftspolitische Aspekte der Länder und deren Essenskulturen - all das rückte fächer- und sogar abteilungsübergreifend in den Mittelpunkt dieses Unterrichtsprojektes. Sozialkundefachbetreuer Oberstudienrat Harald Sieber hat es für die Fachangestellten für Arbeitsmarktförderung (11. Jahrgangsstufe) sowie zusammen mit der Fachoberlehrerin Annemarie Maier und Fachlehrerin Margareta Eger für den Bereich Ernährung und Versorgung (10. Jahrgangsstufe) auf die Beine gestellt und nun in der Aula der Berufsschule gezeigt. Das Europaprojekt dieses Jahres wandte sich Skandinavien zu.

Attraktiv präsentiert

In den vergangenen Jahren führten diese aufschlussreichen Unterrichtsreisen nach Spanien und Kroatien. Jetzt waren also die Nordländer dran. Oberstudiendirektor Reinhard Kretschmer freute sich bei der Eröffnung des Projekts und dessen Präsentation über das Engagement der Lehrkräfte und Schüler. In einem von den Leitgedanken der EU getragenen Europa sei es wichtig, möglichst viel von und über die Nachbarn, deren Alltagsleben und Kultur zu erfahren. Sieber berichtete von der Entwicklung und Ausarbeitung des Unterrichtsprojektes.

Demnach werde Skandinavien als das nördliche Europa nicht immer gleich definiert. Die Schüler hätten sich deshalb erst einmal auf eine einheitliche Vorstellung von Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark und Island einigen müssen. Die Jugendlichen präsentierten danach einen souveränen Überblick über diese einzelnen Länder und arbeiteten verschiedene Aspekte wie Staatsform, Währung, Fläche oder Einwohnerzahl heraus. Ebenso beschäftigten sie sich mit typischen Eigenheiten der Regionen und deren Menschen.

Jedem das Seine

So standen beispielsweise in Norwegen verschiedene bekannte Sehenswürdigkeiten im Fokus, während beim Überblick über Island die Klimazonen oder die Vulkane eine bedeutende Rolle spielten. Die Industrie und die Dienstleistungen, die Schifffahrt, aber auch die Nationalparks standen bei Dänemark im Vordergrund. Finnland oder Finnländer sind ohne deren Saunakultur praktisch nicht vorstellbar. Zudem würden sie manchmal skurril anmutende Vorlieben oder Wettbewerbe pflegen. Etwa Weltmeisterschaften im Sumpf-Fußball oder Mobilfunktelefon-Weitwurf.

Opulent aufgetischt

Die schwedische Alltagskultur sei ohne das Mittsommer-, Jul- oder Luciafest kaum denkbar. Findig wurden die Schüler auch bei Redensarten wie: "Der Däne lebt, um zu essen; der Norweger isst, um zu leben; der Schwede isst, um zu trinken, und der Finne hat von allem etwas." Der Fachbereich Ernährung und Versorgung entführte Projektteilnehmer und Gäste in die Welt der Gaumenfreuden, liebevoll und attraktiv hergerichtet. An Smörrebröd herrschte kein Mangel, belegt mit Lachs, Rührei, Bückling Camembert, Trauben, Matjesfilet, Zunge oder Kiwis. Dazu gab es Milchreis mit Zimt und Zucker sowie Rote Grütze mit Sahne.

Als Getränk stand Moosbeerensaft bereit, dazu wurden weitere skandinavische Spezialitäten wie getrockneter Fisch, Knäckebrot, Heidelbeeren oder Sardellen und Hering angeboten - meist hergerichtet als attraktiv anzuschauende Appetithäppchen. Und für hiesige Geschmäcker nur schwer nachvollziehbar ist die Vorliebe der Skandinavier für Obstsuppen oder Grütze.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.