Garde zwischen Guggemusigen

Das Männerballett aus der Oberpfalz brachte bei seinem Auftritt im Koffi-Zelt die Eidgenossen außer Rand und Band.

"Ihr habt so schöne Mädels." So lauteten die ersten Kommentare des begeisterten Schweizer Publikums nach den Auftritten der Prinzengarde der Faschingsgesellschaft. Sie war die Hauptattraktion beim Maskenball der Guggemusig "Escheschränzer" in der Partnergemeinde Eschenbach/Luzern.

Kulturaustausch mit Kontrastprogramm war angesagt, als sich die Faschingsgesellschaft mit Prinzenpaar, -garde, Männerballett und Elferrat sowie Schlachtenbummlern auf die knapp 600 Kilometer lange Reise in die Schweiz machte. Sie folgte einer Einladung der "Escheschränzer", ausgesprochen bei der Feier des Partnerschaftsjubiläums im Juni 2014.

Anlass war deren Faschingsball mit "Monsterkonzert" auf dem Nauheim-Schulplatz, an dem sich neun Guggemusigen aus dem Umfeld der Kantonshauptstadt Luzern beteiligten. Den Einzug der "Escheschränzer" begleitete Thomas Gröger als Feuerspucker.

"Kreative Faschingskultur"

Die zwischen 40 und 67 Bläsern und Trommlern starken Guggemusigen brachten den Hof der Nauheim-Schule zum Beben. Waren die Oberpfälzer von den Klängen und fantasievollen Bekleidungen begeistert, so gerieten die Eidgenossen bei den schwungvollen Bühnenauftritten der Mädels und Buben aus der Rußweiherstadt ins Schwärmen. Ulrich Marco hatte als Moderator der "Escheschränzer" zuvor eine "kreative Faschingskultur" angekündigt.

Die Prinzengarde absolvierte ihre Auftritte auf dem Schulhof zwischen den Bühnen der Guggemusigen. Eine extra für sie aufgebaute, geschützte Bühne wurde sogar mit Heißluft versorgt: Den Oberpfälzer Mädels flogen die Herzen der Eidgenossen zu.

Begonnen hatte das Schweiz-Erlebnis mit einem Empfang in der Cafeteria des Betagtenzentrums Dösselen. Gemeindepräsident Guido Portmann, die Gemeinderäte und Partnerschaftsbeauftragter Jörg Traber hießen die 72-köpfige Narrenschar aus der Oberpfalz mit einem Essen willkommen. Das "Monsterkonzert" kündigte er als eine "Riesensache" an. "Genießt es und vermischt Euch mit uns", wünschte er.

Jörg Traber sah im Faschingstreiben der beiden Eschenbachs "große Kulturunterschiede" gegeben. Als Beispiel nannte er die Luzerner Fassnacht, die am "schmutzigen Donnerstag" beginnt. Den Startschuss gibt um 5 Uhr früh der "Fritschi", der über den Vierwaldstätter See kommt. Ein zweiter Umzug findet am Rosenmontag statt. Für das Geschehen am Faschingsdienstag sind zirka 100 Guggemusigen zuständig.

Elferrat zeigt Präsenz

Am Abend verlegte sich das Faschingstreiben nach dem "Monsterkonzert" auf das Gelände der angrenzenden Lindenfeld-Schule. Im Außenbereich waren beheizte Zelte und Imbissbuden aufgebaut, in und vor denen sich Tausende von maskierten und kostümierten Besuchern drängten. Auch der Elferrat mit seinen unübersehbaren Narrenkappen zeigte allerorts Präsenz.

Während das große Zelt mit DJ-Musik und Guggemusigen überwiegend die Jugend anlockte, traf sich im Koffi-Zelt mehr das "Mittelalter". Hier schlug der Auftritt des Männerballetts wie eine Bombe ein. Die Schweizer waren außer Rand und Band und forderten lautstark "Zugabe".

Mit der Ordensverleihung durch das Prinzenpaar wurden Guido Portmann und Jörg Traber in den Adelsstand der Faschingsgesellschaft erhoben. Diese hat ihre erste internationale Bewährungsprobe mit Auszeichnung bestanden.
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