Gebremster Eifer für Zone 30

In Döllnitz (Bild) gilt bereits Tempo 30 - allerdings "straßenweise" und nicht als "Zone". Ob sich dies ändern soll, wie es ein Teil der Einwohnerschaft wünscht, will die Stadt prüfen. Bild: bjp

Eine Tempo-30-Zone für Döllnitz: Bei einer Ortsversammlung am 11. Februar hatten die Bürger erneut eine flächige "Entschleunigung" ihres Dorfes angesprochen. Der Bauausschuss zeigte eher gebremste Begeisterung für die Idee, doch soll die Stadtverwaltung den etwaigen Nutzen nochmals prüfen.

Pressath. (bjp) Bürgermeister Werner Walberer und CSU-Fraktionssprecher Norbert Höfer erinnerten daran, dass bereits Tempo-30-Regelungen bestünden, wenn nur auch "straßenweise". Eine flächendeckende Zonen-Regelung würde zugleich "rechts vor links" für den ganzen Ort bedeuten. Dies könnte für Verwirrung sorgen, argwöhnte Höfer. Überdies würden Fahrer, die sich nicht an die jetzige Reglementierung hielten, sich auch kaum um eine Tempo-30-Zone kümmern. Abhilfe schaffe nur eine konsequente Geschwindigkeitskontrolle.

Ein Döllnitzer Bürger gab zu bedenken, dass nach seiner Kenntnis Radarkontrollen derzeit gar nicht statthaft wären, weil nicht an allen Kreuzungen und Einmündungen Tempo-30-Schilder stünden. Bürgermeister Walberer versprach, die Rechtslage prüfen zu lassen. Sollte der Einwand nicht zutreffen, werde die Stadt Verkehrsbeobachtungen und Messungen veranlassen. Dies befürwortete auch Walberers Stellvertreter Max Schwärzer (CSU). Danach werde man erneut über eine konsequentere Verkehrsüberwachung und eine etwaige Änderung der Geschwindigkeitsregelung beraten.

Gegen Verkehrsspiegel

Einhellig lehnte der Ausschuss den Vorschlag ab, bei der Abzweigung zur Siedlung Döllnitz einen Verkehrsspiegel anzubringen. Stephan Dippl (SPD) verwies auf die Geschwindigkeitsbegrenzung, die bereits die Unfallgefahr verringere. Max Schwärzer fügte hinzu, dass eine gewisse Sichtbehinderung allenfalls von einem Baum ausgehe, der voraussichtlich im Zuge der anstehenden Kanalbauarbeiten entfernt werde.

Auch "Begleitgrün" an der Verbindung zwischen Döllnitz und der Kreisstraße NEW 5 will die Stadt nicht pflanzen lassen. Die Straße grenze derart an landwirtschaftliche Grundstücke, dass der vorgeschriebene Pflanzabstand von drei Metern zu diesen Flächen entweder gar nicht oder nur durch eine verkehrsbehindernde Anpflanzung unmittelbar am Fahrbahnrand eingehalten werden könnte.

Etwas grüner soll demgegenüber Eichelberg werden: Keine Einwände erhob das Gremium gegen das Ansuchen der Eichelberger Familie Kraus, auf einem stadteigenen Flächenstück eine kleine Grünfläche anzulegen und so zugleich ihren Haus-Sockel trockener zu halten. "Wenn sich Bürger bereitfinden, ein Stück Grün anzulegen und zu pflegen, so ist das nur zu begrüßen", meinte Max Schwärzer. Auch Werner Walberer befürwortete den "Beitrag zur Dorfverschönerung", zumal das Flächenstück als Gehweg entbehrlich sei.

Ins Stadtratsplenum verwies der Ausschuss die endgültige Entscheidung über Standort und Bauart der künftigen Streusalzsilos. Er will allerdings eine Empfehlung zugunsten eines Holzsilos abgeben. Auch die endgültige Entscheidung über die Eichen an der Einmündung Von-Erlbeck-Straße/Wollauer Straße soll im Plenum fallen, da es sich um eine Stadtbild beeinflussende Angelegenheit handele. Umstritten sind die Bäume wegen befürchteter Schäden an Gehwegen und Kabeln. Laut Bauamtsmitarbeiter Hans Zitzmann haben Untere Naturschutzbehörde, Polizei und Staatliches Bauamt allerdings der Stadt grünes Licht für eine freie Entscheidung gegeben.
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