Gedenken an den 14. Februar 1945

Februar bekam die Bevölkerung Schwarzhofens die Auswirkungen am eigenen Leib zu spüren. Um die Mittagszeit hörten etliche Bürger im Radio eine Meldung über einfliegende feindliche Flugzeuge. "Die werden uns wieder überfliegen", war die Meinung. Doch dem war nicht so. Die erste Staffel von zwölf amerikanischen (?) Kampfflugzeugen überflog aus Osten kommend den Kirchturm. Das Bersten und Krachen der Bomben warf die Beobachter zu Boden. Auf einer Linie von 400 Metern ließen die Flieger ihre Brand- und Streubomben fallen. Die Brandbomben fielen meist auf unbebautes Gebiet, dennoch standen bald etliche Scheuen in Flammen. In die Schwarzach, die stark überschwemmt war, fielen nur Sprengbomben. Die Staumauer "Am Wihrl" bekam einen Volltreffer. Die Druckwellen zerstörten Fensterscheiben und warfen Leute zu Boden.

Schlimmer traf es den Ortsteil Häuslern. Eine junge Frau kam durch einen Bombesplitter ums Leben. Ein kleines Kind dagegen hatte einen Schutzengel, denn obwohl das Haus, in dem es schlief, schwer beschädigt war, blieb es unversehrt. Über den Grund der Bombardierung ausgerechnet von Schwarzhofen gibt es viele Spekulationen. Seit Anfang 1945 wurden auch "kleine Orte" und Infrastrukturen angegriffen. Obwohl die Flugzeuge mit neuen Zielortungsgeräten ausgerüstet waren, kann ein Irrtum der Piloten nicht ausgeschlossen werden. Vielleicht wurde das überschwemmte Schwarzachgebiet mit Bodenwöhr oder Neubäu verwechselt, wo es eine Messerschmitt-Fertigungsstätte gab. Ziel war in jedem Fall das Wehr, das vielleicht für die Staumauer eines Stausees zur Elektrizitätsversorgung gehalten wurde. (mad)
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