Gefragte Grenzgänger

Bürgermeister Heinz Lorenz (Vierter von links) vereidigte Josef Wolf, Werner Dötterl und Michael Schroller (Dritter, Fünfter und Siebter von links) als neue Feldgeschworene. Zur Feierstunde waren auch Leitender Vermessungsdirektor Anton Hösl (links), die weiteren Siebener Herbert Etterer und Konrad Merkl (Zweiter und Sechster von links) sowie Verwaltungsleiter Wolfgang Kilgert (rechts) gekommen. Bilder: bkr (2)

Drei Feldgeschworene verrichteten bislang in der Gemeinde ihren Dienst. Konrad Raps zog sich nun aus diesem Ehrenamt zurück. Den Kreis füllen zwar jetzt neue Siebener auf, allerdings sind es damit noch keine sieben.

Immenreuth. (bkr) Bürgermeister Heinz Lorenz vereidigte am Donnerstag drei neue Feldgeschworene und verabschiedete gleichzeitig Konrad Raps aus Döberein aus diesem kommunalen Ehrenamt. Zur kleinen Feierstunde im Gasthaus "Zur alten Schmiede" hieß das Gemeindeoberhaupt ebenso die Feldgeschworenen Konrad Merkl (Immenreuth) und Herbert Etterer (Ahornberg) willkommen. Von der Fachaufsicht gab sich Leitender Vermessungsdirektor Anton Hösl die Ehre.

Die Tradition der Feldgeschworenen sei heute nicht weniger sinnvoll als in früheren Zeiten. Hösl beschrieb das Amt als ein Stück lebendiger, bürgernaher Verwaltung in der Mitwirkung angesehener Gemeindebürger. Ihre Berechtigungen und Aufgaben seien in Gesetzen und Verordnungen festgehalten. Der Ursprung der Feldgeschworenen sei vermutlich im fränkisch-allemanischen Raum des 12. Jahrhunderts zu suchen, als natürliche Grenzmarken nicht mehr ausreichten, Flächen zu definieren. Grenzzeichen in Form von Zäunen, Steinhaufen, Hecken und Grenzsteinen seien eingebracht worden. Die Grenzbeaufsichtigung oblag den Feldgeschworenen. Eine eingeschworene Gemeinschaft der "Siebener", die mit geheimen Zeichen die Grenzsteine markierten.

"Zum heutigen Aufgabenbereich gehört die Mitwirkung bei der sogenannten Abmarkung von Grundstücken", betonte Anton Hösl. Die Feldgeschworenen übten eine gewisse Vermittlerfunktion zwischen Bürgern und Verwaltung aus. Selbstständig dürften sie Abmarkungen vornehmen, also Grenzsteine höher oder tiefer setzen, auswechseln oder sichern, entfernen und wieder setzen. Feldgeschworene werden auf Lebenszeit gewählt.

Den Eid der Feldgeschworenen legten Michael Schroller (Punreuth), Werner Dötterl (Döberein) und Josef Wolf (Gabelohe) ab. Zu ihrem Obmann wählten sie Konrad Merkl, zu dessen Stellvertreter Herbert Etterer. Merkl dürfte in der Gemarkung Immenreuth so jeden Grenzstein kennen. Bereits mit 15 Jahren half er mit, Grenzen zu vermessen. Mit 21 wurde er Feldgeschworener und blieb dies die weiteren 55 Jahre bis heute.

Über 29 Jahre war Konrad Raps Feldgeschworener. Für seine zuverlässige Tätigkeit dankte ihm Bürgermeister Heinz Lorenz mit einem Geschenkkorb als äußeres Zeichen.
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