Gegen Müdigkeit und Geister

Ulrich Fendl, Roland Vogl und Martin Donhauser (von links) bemühten sich nach Kräften, die bösen Geister auszutreiben. Bild: Schieder

Im Fasching haben sie sich eingestellt, jetzt mussten sie heraus. Und so schritten die "Rummlfelser" am Aschermittwoch wieder zur Tat. Brett am Hinterteil der Frauen und mit dem Schlegel draufgeklopft - weg waren die bösen Geister.

Nach und nach trafen sie ein, die Faschingsfreunde der "Rummlfelser", nach einer Saison, die zwar kurz, aber nicht weniger intensiv war. Doch angesichts des Holzbretts und des Holzschlegels schwanden die letzten Spuren von Müdigkeit aus den Gesichtern der eintretenden Frauen und Mädchen bei der Zusammenkunft am Aschermittwoch im Gasthof "Zur Sonne".

Kein Entrinnen

Die meisten von ihnen wussten bereits, was die Absicht von Ulrich Fendl, Roland Vogl und Martin Donhauser war. Plötzlich wurden die Damen sehr lebendig, denn kurz flackerte der Gedanke an Flucht auf, der aber sogleich im Keim erstickt wurde. Und so fügte sich die "holde Weiblichkeit" in den Brauch des "Oaschboußns", der seit Jahren von den "Rummlfelsern" aufrechterhalten wird. "Was, die hat den Mund nicht aufgemacht? Dann müssen wir das Ganze wiederholen" - Nach der Versicherung der "Getroffenen", dass dies gewiss nicht nötig sei, wurde dann doch darauf verzichtet. Ein Holzbrett wird an das Hinterteil gehalten und mit dem Holzschlegel kräftig draufgeschlagen, unter den Worten "So treiben wir die bösen Geister aus". Durch den geöffneten Mund sollen diese entweichen. Da die Schläge nicht gar so heftig ausfielen wie es sich anhörte, konnten alle Beteiligten herzhaft darüber lachen. Die bösen Geister waren damit endgültig besiegt. Doch wie sieht es mit den Lebensgeistern nach dem wenige Stunden zurückliegenden Kehraus aus? Der Faschingsendspurt steckte noch in den müden Knochen und bei manchen sicherlich auch noch im Kopf. Etwas Saures oder Salziges musste her, wie etwa ein Brathering oder ein Rollmops. Da es allmählich auf die Mittagszeit zuging waren auch die warmen Fischvarianten mit Beilagen gefragt. Denn am Aschermittwoch wird auf Fleisch- und Wurstspeisen verzichtet. In der katholischen Kirche gilt dieser Tag als strenger Fast- und Abstinenztag, der die 40-tägige Fastenzeit einläutet.
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