Gegenbeispiel

War bis hierher vom "Auslaufen" protestantischer Gläubiger in Gotteshäuser jenseits der Stadt- und Landesgrenzen die Rede, so soll ein Gegenbeispiel den Abschluss bilden. Als nach dem Dreißigjährigen Krieg unter Herzog Christian August erst einmal die Rekatholisierung aufgehoben wurde, da mussten die Jesuiten Sulzbach wieder verlassen.

Die Mehrheit der Bevölkerung kehrte sofort wieder zum evangelischen Bekenntnis zurück. Welchen Ausweg fanden die Mitbürger, die katholisch bleiben wollten? Sie machten sich sonntags auf den Weg zum Frohnberg, wo ein Amberger Franziskaner die Messe hielt. Die Taufen fanden in dieser Übergangszeit bis zum Simultaneum in Privathäusern statt.

Insgesamt werden die Übergänge von einer Konfession in die andere im Sulzbacher Land als vergleichsweise erträglich bewertet. Vor allem die Einführung des Protestantismus in unseren Breiten ging als "sanfte Reformation" vonstatten, getragen von der Zustimmung der Bevölkerung.

Zu einem erzwungenen "Auslaufen" kam es jedoch im Zuge der Gegenreformation: Mitbürger, die sich nach 1628 immer noch den landesherrlichen Anordnungen widersetzten, mussten das Sulzbacher Land verlassen. (wy)
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.