Geheimtipp im Untergrund

Auto raus, anderes Auto rein - und das alles mit der gleichen Parkkarte: Die Schlossgarage ist flexibel, in jeder Hinsicht. Seit 25 Jahren funktioniert die Stadtwerke-Einrichtung. Anfangs kritisiert, ist sie heute unverzichtbar. Nur: Gewinn bringt sie keinen. Kann sie aber auch nicht.

Ein Stadtrats-Antrag von Peter Bruckner (FWU) wird zum 1. Januar umgesetzt, zwei Nutzer können sich dann einen Parkplatz teilen: Das machen die Stadtwerke problemlos möglich. Stadtwerke-Chef Roland Kraus und Kaufmännischer Leiter Armin Wolf erklärten dies dem Stadtrat: Verlässt der eine Nutzer die Garage, kann der andere mit der Zweitkarte einfahren. Die SRZ sprach mit den beiden Werkleitern über die Auslastung und Bilanz der Garage unter dem Luitpoldplatz, zwischen Schloss-Auffahrt und Geschichtsbrunnen.

SRZ: Herr Kraus, kostet diese neue Regelung eigentlich mehr Geld?

Nein, die monatliche Parkgebühr bleibt gleich, jeder der beiden Nutzer zahlt eben die Hälfte. Wann sie den Parkplatz belegen, ist dann ihre Sache.

Was kostet eigentlich das Parken unter dem Luitpoldplatz?

Daran hat sich nichts geändert: Tagesparker zahlen 32 Euro im Monat, Dauerparker 44 Euro. Für alle anderen ist die erste Stunde frei, jede weitere kostet einen Euro, Tageshöchstgebühr 5 Euro. Ein Euro Parkgebühr für die ersten zwei Stunden - das sind äußerst benutzerfreundliche Tarife. Geöffnet ist Montag bis Sonntag zwischen 6.30 und 21 Uhr.

Wie komme ich nach 21 Uhr an mein Auto?

Mit einem gültigen Ticket kann man auch zwischen 21 und 6.30 Uhr die Garage über den Nachtautomaten am Einfahrtstor betreten. Rausfahren mit einem gültigen Ticket können Sie immer.

Was bringt die Tiefgarage eigentlich im Jahr an Einnahmen?

2013 haben wir von den Tages- und Dauerparkern 62 600 Euro und von den Kurzparkern 21 500 Euro eingenommen, aus der Werbung weitere 6000 Euro, also insgesamt gut 90 000 Euro.

Dem stehen aber größere Ausgaben gegenüber?

Richtig. Gesamt belaufen sie sich auf etwa 180 000 Euro, genau stand am Jahresende ein Minus von 89 000 Euro in der Bilanz.

Woher kommen diese Zahlen?

Kraus: Es gibt eine Menge an Aufwand, den wir treiben müssen, den der Bürger gar nicht mitbekommt: Lüftung, CO2-Anlage, Notbeleuchtung, Kassenautomaten, Schranken, Löschanlage, Tore, das alles muss ja gewartet werden, teils von den Fachfirmen. Die Stromkosten sind durch die Dauerbeleuchtung auch ein Faktor, dazu kommen noch Personalkosten. Aber das ist dem Stadtrat klar. Eine öffentliche Garage kann man nicht kostendeckend betreiben, sonst wären die Parkkosten horrend. Wir sind immer noch billiger als die Parkplätze "oben" in der Innenstadt.

Wie ist denn die Belegung?

220 Plätze stehen zur Verfügung. An Dauer- und Tagesparkern haben wir je 100, also 200 gesamt, die natürlich nicht immer alle gleichzeitig drinstehen. Dazu kommen täglich rund 100 Autos als "Laufkundschaft.

Da ist an Festtagen sicher die Hölle los. Oder?

An Marktsonntagen, beim Altstadtfest oder sonstigen Anlässen ist die Garage natürlich voll.

Das wird aber nicht angezeigt an der Einfahrt, oder?

Nein, wir haben uns gegen das System entschieden, das die Schranken erst öffnet, wenn wieder einer rausfährt. Das führt nur zu Warteschlangen und Rückwärts-Rangieren. Jeder kann reinfahren, sehen, ob was frei ist, und im Zweifelsfall wieder rausfahren mit der Papierkarte.

Wie wird das Raumangebot beurteilt?

Nun, bei Ein- und Ausfahrt gibt es keine Probleme oder Beschwerden. Nur manchmal sind die markierten Stellflächen etwas eng für die immer dicker werdenden Autos. Aber wenn jeder vernünftig parkt, dann geht das schon.

1989 öffneten sich die Schranken zum ersten Mal: Wie ist der Zustand der Garage nach 25 Jahren?

Wir sind zufrieden - noch. Denn durch die jährlichen Verluste können wir naturgemäß keine Rücklagen bilden. Sind Reparaturen fällig, belasten sie den Stadtwerkehaushalt.

Was bietet die Garage an Besonderheiten?

Wir haben etwa 20 Frauen-Parkplätze ausgewiesen, ebenso zwei Behinderten-Parkplätze, die auch als Mutter-Kind-Angebot genutzt werden können.

Letzte Frage: Was ist Ihre Botschaft an den Bürger?

Nutzen Sie die Schlossgarage. In ein bis zwei Stunden können Sie vieles in der Innenstadt erledigen, was Sie vorhaben. Und Sie wissen Ihr Auto in guten Händen.
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