Geht auf keine Kuhhaut

Die Warnsignale zum Niedergang der Landwirtschaft verstärken sich. Bundes- und EU-Politiker sind aufgerufen, einen Strukturwandel und die Entbürokratisierung voranzutreiben. Ein Ansprechpartner für die Landwirte und Freien Wähler (FW) soll Ulrike Müller sein.

In Vorbereitung auf den politischen Frühschoppen mit der EU-Abgeordneten trafen sich stellvertretender FW-Kreisvorsitzender Hermann Schraml und der Kreisvorsitzende des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Ely Eibisch, auf dem Hof von Lisa und Matthias Schiml. Gemeinsam sollten Themen für das Gespräch beim Kemnather Wiesenfest mit der ehemaligen Kreisbäuerin Ulrike Müller (FW) am Samstag, 15. August, um 10 Uhr im Festzelt abgesteckt werden.

"Wir wissen nicht, wo die politisch, aber auch wirtschaftlich bestimmte Reise für uns als bäuerlichen Familienbetrieb hingeht", erklärte Schiml, auf dessen Hof 170 Tiere, davon 82 Milchkühe stehen. Der nach Ende der Milchquotenregelung von 32,4 Cent im Januar auf jetzt 28,4 Cent abgesackte Milchpreis sei nur eine der Sorgen vieler Familienbetriebe.

"Nicht nur wirtschaftlicher Druck, sondern die steil wachsende Bürokratie ist für kleine bis mittlere Betriebe in unserer Region ein enormer Hemmschuh", ergänzte Eibisch. Vollerwerbslandwirte fänden keinen Nachfolger oder es entstünden viehlose Nebenerwerbsbetriebe. "Dokumentation bei fast jedem Handgriff heißt das neue Joch der Landwirte." Laut Eibisch finden sich im Stadtbereich lediglich zwei Milchviehbetriebe mit gesicherter Hofübernahme. Wenn es so weitergehe, gebe es nur noch "Massentierhaltung und Agrarfabriken". Gerade der Familienbetrieb sei typisch für Bayern.

Dazu bereite die Einführung des Mindestlohnes Sorgen. Selbst mithelfende Familienangehörige müssten mit 8,50 Euro pro Stunde entlohnt werden. Die Sozialversicherungspflicht belaste das Kassenbuch des Bauern zusätzlich.

Mit Müller soll nun über die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft, aber auch über den Flüchtlingsstrom und die Euro-Krise gesprochen werden. Ihr möchte der BBV eine Petition an das EU-Parlament mitgeben.
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