Geht's mit der Creußen den Bach runter?

Die Creußen fließt langsamer, seit der Biber in den Fluss zurückgekehrt ist. Dadurch entstehen solche verwachsene Abschnitte leichter. Dass dadurch die Qualität des Flusses schlechter wird, sei aber nicht richtig, sagt das Wasserwirtschaftsamt. Bild: rn

"Katastrophengewässer": Eschenbachs Sportangler machen sich um ihre Creußen Sorgen. Das Wasserwirtschaftsamt mag die nicht recht teilen. Vor allem den Sündenbock der Sportangler nehmen die Experten in Schutz.

(rn/wüw) "Die Creußen wird zum Katastrophengewässer": Martin Schusser schlug bei der Jahreshauptversammlung des Sportanglervereins Alarm. Der Vorsitzende sprach vom "Siechtum des ältesten Vereinsgewässers". Sprunghaft habe sich der Zustand des Haidenaab-Zuflusses verschlechtert. Die Schuld trage der Biber, der das Gewässer extrem negativ beeinflusse.

Dass Naturschützer ihn als Landschaftsgestalter loben, kann Schusser gar nicht begreifen: "Die Creußen wird durch den Biber zerstört." Seine Arbeit verlangsame die Fließgeschwindigkeit, dies nehme dem kleinen Flusslauf die Möglichkeit zur Selbstreinigung.

Wegen des Personalabbaus habe das Wasserwirtschaftsamt wenig Möglichkeit, dem Zustand entgegenzuwirken. "Die kommen nicht mehr rum und haben kein Geld."

Das Wasserwirtschaftsamt erklärt seine Untätigkeit allerdings anders: Es sieht schlicht keinen Handlungsbedarf. Von einer Verschlechterung der Qualität der Creußen ist nichts bekannt", sagt der Experte Alfred Schöberl. Auch von einem Fischsterben wisse seine Behörde nichts.

Richtig sei, dass die Rückkehr des Bibers die Flusslandschaften der Region verändere, dies betreffe die Creußen aber nicht mehr als andere Bäche und Flüsse. Tatsächlich sorge der Biber dafür, dass sich die Fließgeschwindigkeit verlangsamt. "Dadurch wächst die Gewässerfläche, was für Fische ja eher von Vorteil ist." Dadurch verändere sich auch das Wasser und damit die Artenzusammensetzung. Statt Äsche und Forelle kommen nun Barsch und Brassen häufiger vor. Die Angler sollten nicht weniger, aber andere Fische fangen.

Zu Biberfreunden dürfte dies die Angler nicht machen, die zudem Attacken eines weiteren Feindes beklagen. Aus einem Weiher habe der Kormoran rund 95 Prozent der gesetzten 2500 Karpfen herausgefressen, berichtete Schusser bei der Versammlung und forderte mehr "Entgegenkommen der Jäger".
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