Gelassenheit vor dem Gipfel

Anton Schindler, Barbara Pater, Markus Popp und Rudolf Kraus (von links) vom BRK gehören zum Kontingent der Auerbacher, die zum G7-Gipfel nach Ellmau reisen, um vor Ort Hilfe zu leisten, wenn es nötig ist. Bild: swt

"Wir sind auf alles vorbereitet und können jedem helfen." Relativ gelassen sehen die ehrenamtlichen Mitglieder der BRK-Bereitschaft Auerbach ihrem Einsatz beim G7-Gipfel in Ellmau an diesem Wochenende entgegen.

Bereitschaftsleiter Markus Popp, Anton Schindler, Barbara Pater, Rudolf Kraus und Markus Kirzdörfer sowie Herbert Dimler und Patrick Ireland machen sich am Freitag auf den Weg ins Werdenfelser Land, um als "Schnelle Einsatzgruppe (SEG) Behandlung" für die Versorgung von Patienten bereit zu stehen. Insgesamt sind in dieser Gruppe zehn Helfer. Dies ist nur ein Teil des Kontingents, dass der Kreisverband Amberg-Sulzbach nach Ellmau schickt. Zwei Rettungswagen sind bereits vor Ort, eine SEG-Verpflegung aus Amberg und die Unterstützungsgruppe Sanitäts-Einsatzleitung, die für die Koordination und Organisation per Funk sorgt.

Lange vorher informiert

Die Helfer aus Auerbach, Neukirchen, Sulzbach-Rosenberg und Amberg wurden bereits vor über einem Jahr informiert. Sie sind vorgesehen für den Einsatz an einem Behandlungsplatz und Teil eines Hilfeleistungskontingents, das jederzeit abrufbereit in Oberbayern stationiert wird. Der gesamte Einsatz dauert zehn Tage, eingeteilt in drei Blöcke. Die Auerbacher reisen am Freitag an und bleiben bis Dienstag.

"Die Aufgabe ist rein ehrenamtlich", betont Markus Popp. Es lockt keine Aufwandsentschädigung. Es gab allerdings für die Arbeitnehmer ein offizielles Schreiben vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann, das dem Arbeitgeber vorgelegt werden konnte. Dieser muss sein Einverständnis geben, dass die Helfer freigestellt werden. Dann wird auch Verdienstausfall bezahlt.

"Ein Muss ist die Freistellung nicht", erklärt Popp gegenüber unserer Zeitung weiter. Es war gar nicht so leicht, genug Helfer zu finden, da für die Dauer des Ellmau-Einsatzes 50 Personen für den Behandlungsplatz und den Transport benötigt werden. Popp dankt in diesem Zusammenhang den Firmen, die ihre Angestellten gehen lassen.

Nahe ran ans Geschehen beim Gipfel, also in die Nähe von Kanzlerin Angela Merkel oder des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, kommen die Auerbacher wohl nicht. "Unsere Arbeit wird sich vorwiegend im Hintergrund abspielen. Wir sind vor Ort für die Sicherstellung der rettungsdienstlichen Sicherheit, im Sinne der Neutralität, auf alles vorbereitet und werden jedem helfen, egal, ob Demonstrant oder Politiker."

25 verletzte Personen könnten am Einsatzplatz behandelt werden. Popp und sein Team haben schon Erfahrung mit ähnlich großen Veranstaltungen. So waren sie bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 im Einsatz, ebenso beim Papstbesuch.

Den genauen Standort seiner Truppe kann Popp nicht sagen, das ist alles ganz genau vorher geregelt. Bereits ab der Landeshauptstadt München werden in südlicher Richtung bis Ellmau Stationen eingerichtet. "Es gibt viele Sicherheitszonen. In die Sicherheitszone eins, direkt zu den Mächtigen der Welt, werden wir nicht kommen, so viel ist sicher", lächelt der Bereitschaftsleiter. Aktuell gibt es keine Warnungen. Aber die Auerbacher und auch die Kollegen aus dem Kreisverband sind, wie sie sagen "auf alles und nix vorbereitet!"

Sicherheit gewährleistet

Popp verweist in diesem Zusammenhang auch darauf, dass die Rettungsketten im Landkreis trotz des Einsatzes vieler Kräfte in Ellmau weiter gesichert sind. "Das Landkreissystem funktioniert. Wir können hier auch auf die Hilfe anderer Kreisverbände zurückgreifen." Also müssen sich auch die Bürger in Auerbach und im Landkreis Amberg-Sulzbach keine Sorgen über fehlende Hilfe im Notfall machen.
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