Geld Frage der Zusammenarbeit

Die Ziele der Steinwald-Allianz sind abgesteckt. Doch sie könnten "nur erreicht werden, wenn man gekonnt mit Förderprogrammen spielt, um Optimales herauszuholen", erklärte Landrat Wolfgang Lippert.

Erbendorf. (njn) Die Gemeinde-, Markt- und Stadträte der 16 Mitgliedskommunen hatten sich in der Stadthalle zur Standortsbestimmung getroffen. Dabei sprach Wolfgang Lippert nochmals den vielfach kritisierten Oberpfalzfilm des Bayerischen Fernsehens an. "Im Steinwald ist es noch einsamer", zitierte der Landrat daraus. Jedoch: "Das Gegenteil ist der Fall." Die 16 Kommunen der Steinwald-Allianz leisteten effektive Arbeit, die durch die in der "Ikom Stiftland" zusammengeschlossenen Gemeinden des östlichen Landkreises verstärkt werde. Lippert erwarte hiervon nicht nur Synergieeffekte für beide Zweckverbände, sondern für den ganzen Landkreis.

"Mehr als Fisch und Zoigl"

Potenziale sieht er im Tourismus. Das gemeinschaftliche Auftreten müsse verstärkt und die Koordination durch das Landratsamt intensiviert werden. Auch seien die beiden Fahrradhersteller einzubinden. Über das Verbundnetz Nürnberg müsse um Gäste geworben werden, "denn wir haben mehr zu bieten als Fisch und Zoigl." Die Steinwald-Allianz habe zudem mit der "Ökomodellregion Steinwald" die richtige Antwort auf die steigende Nachfrage nach Bioprodukten.

Die "Ikom Stiftland" stellte dessen Vorsitzender, Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier, vor. Er vertrat die Forderung, dass gerade die nördliche Oberpfalz gefördert werden müsse. "Es muss mehr im wirtschaftlichen Bereich passieren." Er regte eine intensive Zusammenarbeit zwischen Steinwald-Allianz und Ikom an, um "noch mehr Geld in die Region zu bringen."

Auch Leitender Baudirektor Willi Perzl vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) hob die Wichtigkeit der interkommunalen Zusammenarbeit hervor. Diese werde wichtig bei Förderungen sein. Die Steinwald-Allianz habe ein charakteristisches Profil, in dem Kräfte gebündelt und Ressourcen gemeinsam genutzt werden. Perzl machte deutlich, dass an der kommunalen Zusammenarbeit immer mehr Stellen und Behörden beteiligt werden. "Die Zusammenarbeit endet nicht an Resorts."

Dadurch seien nach seinen Worten im Bereich des ALE in den vergangenen elf Jahren 15 Millionen Euro an Investitionen getätigt worden, die mit 9,5 Millionen Euro gefördert wurden. So sei ein "Investitionsschub entstanden, den es zu lenken gilt". Abschließend bestätigte er, dass der Landkreis Tirschenreuth der einzige sei, in dem alle Kommunen einem solchen Zweckverband angehörten.

"Gemeinsam geht es besser", propagierte auch Landtagsabgeordnete Annette Karl. "Mit Kirchturmpolitik kommt man auf Dauer nicht weiter." Auch sie sprach den Oberpfalz-Film an, der den Blick auf die Region völlig verzerre. In der Region sei Lebensqualität vorhanden, wozu die Steinwald-Allianz betrage.

Sonderumlage erforderlich

Hans Donko, Vorsitzender der Steinwald-Allianz, berichtete vom Beitritt der Gemeinden Immenreuth, Kastl und Kulmain 2014. Somit seinen 16 der 26 Landkreis-Kommunen mit rund 37 000 Einwohnern Mitglied. Der Verwaltungsetat 2015 weise ein Volumen von 494 000 Euro auf, im Vermögenshaushalt seien 53 500 Euro eingestellt. Die Umlage betrage pro Einwohner vier Euro. Erst kürzlich seien für Maßnahmen im Allianz-Gebiet Förderbescheine über eine halbe Million Euro vom ALE in Tirschenreuth abgeholt worden. Für den notwendigen Eigenanteil werde 2015 noch eine Sonderumlage von zwei Euro je Einwohner nötig sein.
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