Gelungenes Werk der Gemeinschaft

Pfarrer Helmut Brunner segnete die neuen Räume im Anbau. Bilder: hbr (3)

Nach 15-monatiger Bauzeit ist ein echtes Schmuckstück entstanden. Der Museumsanbau in Mappach wurde offiziell "eingeweiht". Die Fischerei steht im Mittelpunkt.

Knapp 16 Jahre nach der Einweihung des Heimat- und Bauernmuseums nahe der B85 in Mappach segnete Pfarrer Helmut Brunner am Sonntagnachmittag vor einer stattlichen Kulisse an Besuchern und Ehrengästen den neuen Anbau, in dessen Einrichtung sich hauptsächlich Aspekte des Fischereiwesens der Oberpfalz wiederfinden. Zuvor begrüßte Vorsitzende Inge Gleixner die Gäste und hob in ihren Dankesworten explizit Bürgermeister Hans Frankl und den Brucker Marktrat hervor, ohne deren finanzielles Wohlwollen der Anbau in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.

Stellvertretend für die vielen Vereinsmitglieder, die sich tatkräftig in das Projekt mit einbrachten, nannte sie Museumsleiter Dr. Alois Wittmann und den früheren Vorsitzenden Dietmar Meier, die für die Grundidee des Anbaus "Pate" standen und seit 2011 die Planungsarbeiten begleiteten sowie Finanzierungsmöglichkeiten ausloteten.

Kinder einbezogen

Bürgermeister Hans Frankl beglückwünschte den Verein für das gelungene Bauwerk, das zum einen mehr Platz für die breite Palette der Ausstellungsstücke biete und zum anderen optimale Voraussetzungen für die gesellschaftlichen Bereich schaffe. Es freue ihn besonders, so Frankl, dass in den neuen Räumen, aber auch im Außenbereich das Thema "Fisch" nun einen besonderen Stellenwert habe. Lobend erwähnte er das Einbeziehen der Kinder, die jetzt spielerisch Eindrücke und Erfahrungen zu Fisch und Wasser sammeln könnten. Abschließend stellte er fest: "Das Museum ist ein Hort mit sehr viel Nachhaltigkeit."

MdL und stellvertretender Landrat Joachim Hanisch stellte die wichtige Bedeutung des Museums für die Region dar und sprach von einer neuerlichen Aufwertung der Einrichtung. Er wies auf die Neuerungen im Außenbereich hin, die in Kombination mit dem ehemaligen Waldmuseum, das jetzt zur Fischerhütte umgebaut wurde, gerade für Wanderer auf dem angrenzenden "Goldsteig" zu einem interessanten Anlaufpunkt werden könnte. Der verantwortliche Architekt Andreas Hottner ließ in seinem Grußwort die Bauphase Revue passieren und sprach von einer sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen. MdB Karl Holmeier freute sich, dass die Teichwirtschaft, die von sehr großer Bedeutung für die Region sei, im Mittelpunkt des Projekts stehe. Wenn er das fertige Projekt betrachte, dann zeige sich, dass der Mut belohnt worden sei und nach 1978 und 1999 nun ein weiterer Höhepunkt in der Vereinschronik stehe.

"Heute ist ein großer Tag in der Geschichte des Museumsvereins", meinte Museumsleiter Dr. Alois Wittmann zu Beginn seiner Festansprache. Es gebe immer Wegmarken im Leben eines Menschen wie auch im Leben einer Institution, und solche Wegmarken seien immer verbunden mit Veränderungen, Erneuerungen und Wachstum. Mit der Erweiterung des Museums und der damit verbundenen Eröffnung der neuen Abteilung habe man nun eine weitere Wegmarke in der Vereinshistorie gesetzt.

Mit dem Thema "Fischzucht und Teichwirtschaft" betrete der Verein Neuland. Es sei keine einfache Entscheidung gewesen, aber eine Reizvolle und so habe man sich an das fachbezogene Projekt herangewagt. Wichtig sei gewesen, dass sich der Verein, der Markt und auch die Mappacher Bevölkerung mit dem Vorhaben schnell identifiziert hätten und mit dem Thema "Karpfen" wurde man bei der Ehre gepackt, da dem Brucker seit Urzeiten die Geschichte des "Brucker Karpfens" anhafte. Der ursprüngliche Spottname störe schon lange niemand mehr und dies zeige sich auch am groß angelegten Kunstwerk mit dem geschnitzten Karpfen im Stahlkäfig, der im Außenbereich des Geländes zu bestaunen ist, so der Sprecher. Toll dazu passten auch die Holzfische, die von Schülern der Brucker Grund- und Mittelschule in einer Projektarbeit angefertigt wurden.

Die Weiherlandschaft

Der Innenbereich bestehe zu einem Drittel aus einer naturkundlichen Abteilung und zu zwei Dritteln aus Teichwirtschaft und Fischzucht. Blickfang sei hier die toll angelegte Weiherlandschaft der Postlohe, die als "lebendiger Teil" der Ausstellung gedacht ist und vom Theatermaler Robert Rudat aus Leipzig gestaltet wurde, ließ Dr. Wittmann wissen. Jetzt solle das Thema "Fisch" noch mehr vertieft werden und mit der "Brucker Fischwoche" will man es aus dem Museum zum Esstisch der Bürger hinaustragen, informierte der Museumsleiter. Zudem will man das Museum mit Wanderungen zu den Weihergebieten in die Natur hinein erweitern.

Bevor die weltliche Feier begann, segnete Pfarrer Helmut Brunner nach einer kurzen Andacht die neu geschaffenen Räumlichkeiten. Wer das Ergebnis des Erweiterungsbaus betrachten will, kann dies jeden Sonntag von 13 bis 16.30 Uhr tun. Gruppenführungen werden unter 09434 /29 67 vereinbart.
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