Gemeinden geben gemeinsam Gas

Thomas Gollwitzer (links), Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung, und Sachgebietsleiterin Huberta Bock überreichten Landrat Andreas Meier die im zweijährigen Turnus erscheinende Landkreisinformation über Fördermaßnahmen der Behörde. Bild: bgm

Nicht Flurbereinigung und Dorferneuerung stehen heute im Mittelpunkt, integrierte ländliche Entwicklung heißt das Stichwort. Und da ist der Landkreis mit fast 24 Millionen Euro dabei.

Neustadt/WN. (bgm) Im zweijährigen Turnus legt das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) die Landkreisinformation auf, die einen Überblick über die Vorhaben der Ländlichen Entwicklung gibt. Von einem "erfreulichen Termin" sprach Landrat Andreas Meier, als der Leiter der in Tirschenreuth ansässigen Behörde, Thomas Gollwitzer, die Ausgabe 2015 überreichte.

Rund zwei Drittel der Neustädter Gemeinden beteiligen sich demnach aktuell an Programmen des ALE. Insgesamt sind es 36 Vorhaben mit einer Gesamtfläche von über 4000 Hektar, in die bisher 23,9 Millionen Euro Fördermittel flossen.

Neue Fördergelder

Im Berichtszeitraum der aktuellen Landkreisinformation (2013 bis 2014) wurden Gesamtinvestitionen von 4,7 Millionen Euro mit 2,7 Millionen Euro an Zuschüssen unterstützt. Das Geld stammt aus Fördertöpfen des Freistaates, des Bundes und der Europäischen Union. Für 2015 sind bereits neue Mittel freigegeben: 2,5 Millionen Euro stehen heuer für die laufenden Vorhaben zur Verfügung.

Und weitere Projekte stehen bereits in der Warteschlange. Bis zum Jahr 2017 sind in das Arbeitsprogramm des ALE schon 23 Vorhaben aus dem Landkreis aufgenommen. Neben den klassischen Kernaufgaben in der Flurneuordnung und der Dorferneuerung setzt das ALE zunehmend auf die integrierte ländliche Entwicklung.

Schlüssel für Erfolg

Landrat Meier erkennt darin einen Vorteil. Früher hätte man vielleicht mehr auf das eigene Dorf geachtet. "Jetzt schaut man, was man mit anderen Kommunen zusammen machen kann." Das sei der Schlüssel für den Erfolg, meinte Gollwitzer. Viele Herausforderungen könnten im Gemeindeverbund effizienter und kostengünstiger gelöst werden.

Ein Beispiel für die Integrierte Ländliche Entwicklung ist die "ILE Kooperationsraum VierStädtedreieck", in der sich Eschenbach, Grafenwöhr, Kirchenthumbach, Neustadt am Kulm, Pressath, Schlammersdorf, Schwarzenbach, Speinshart, Trabitz und Vorbach zusammengeschlossen haben. Dieses Jahr stehe die Erarbeitung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes ganz oben auf der Agenda. Schwerpunktthemen seien Freizeit, Tourismus, Naturraum, Bildung und Kultur sowie die Herausforderungen des demografischen Wandels, außerdem die Themen regionale Wirtschaft sowie Energie- und Klimaschutz.

Ganz besonders sei die Gemeindeentwicklung in Theisseil und Waldthurn, betonte Huberta Bock, Sachgebietsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit am ALE. In beiden Kommunen sei ein Gesamtkonzept für alle Ortsteile erarbeitet worden. Mit den Instrumenten der ländlichen Entwicklung könnten die Maßnahmen geplant und umgesetzt werden. So liefen in Edeldorf aktuell die Baumaßnahmen zur Umgestaltung der Dorfstraße und des Dorfplatzes. In Waldthurn sei mit dem Gesundheits- und Pflegezentrum ein zentrales Projekt zur Sanierung und Belebung des Ortskernes verwirklicht worden.

Auch die bewährten Instrumente der Dorferneuerung und der Flurneuordnung finden Anwendung. Als "herausragendes Beispiel" nannte Bock Albersrieth. Die Dorfgemeinschaft und ein "superaktiver Bürgermeister", so Gollwitzer, hätten Maßnahmen wie die Neugestaltung des Dorfplatzes mit Gemeinschafts- und Feuerwehrhaus umsetzen können.
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