Gemeinderäte besichtigen Felsenkeller - Rathaussanierung: Arbeiten am Dachstuhl
Unten Überblick gewinnen

Oben drüber laufen die Gemeinderäte fast täglich, doch die Felsenkeller sahen die meisten das erste Mal. Bild: bkr
Kulmain. (bkr) Der Gemeinderat ging in den Untergrund und stieg dem alten Rathaus aufs Dach. Eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Sitzungsbeginn traf sich das Gremium zur Besichtigung. Doch aufgrund der umfangreichen Bestandsaufnahme begannen die Beratungen im Haus des Gastes dann noch eine halbe Stunde später.

Das Daddy-Haus, die alten Felsenkeller darunter und das historische Schloss sind markante Teile der Ortsmitte. Das Daddy-Haus soll abgerissen werden, die Keller und das alte Schloss sollen erhalten bleiben. Die Sanierungsarbeiten am Schloss mit einem Auftragsvolumen von 1,6 Millionen haben bereits begonnen.

Der Abbruch des Wirtshauses ("Beim Daddy") soll einen freien Blick auf die Kirche schaffen. Erhaltungswürdig und historisch sind die darunter liegenden beiden Keller. Sie sind in Sandstein gehauen, ihre Statik ist in Ordnung. Dies trifft auch auf die Stützmauer zur Straße hin zu. Lediglich die Verfugungen sind auszubessern.

Stahlplatte unter Bagger

Die Keller weisen eine Überdeckung von 1,2 bis 1,5 Meter auf. Für den Abriss des Daddy-Hauses muss eine Stahllastplatte für den Bagger schützend darüber gelegt werden. Die Gestaltung des frei werdenden Platzes muss noch mit den Grundstücksnachbarn abgesprochen werden, erklärte Bürgermeister Günter Kopp.

Der Gang durch die Keller war für die meisten Räte der erste Abstecher in Kulmains Unterwelt. Offen gelegt wurde der Zugang eines zugemauerten Teils des Kellers unter dem Daddy-Haus. Hinter der Öffnung finden sich allerdings nur Steine und Sand, gemischt mit Abfällen.

Das zweite, von der Straße aus zugängliche Gewölbe beherbergt einen Nebengang mit fünf gemauerten Wasserbecken. Vier von ihnen waren randvoll mit klarem Wasser. Hans-Gerd Reindl erinnerte sich daran, dass in den Becken einst auch Eier in Kalkwasser konserviert wurden.

Voll im Gange sind die Sanierungsarbeiten am historischen Schloss. Dachziegel und Dachlattung sind entfernt, das Gebäude mit einem Schutzdach abgesichert. Der Dachstuhl wird ausgebessert. "Manche Holzverankerung ist aus den Fugen geraten, aber alles ist zu beheben", informierte Günter Kopp. Er hofft auf einen Abschluss der Zimmererarbeiten bis Ende September.
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