Gemeinderat legt Erschließungsgebiet fest - Verschiedene Varianten für den Ausbau
Weiterer Schritt zum schnellen Internet

Beratungsingenieur Josef Ledermann (stehend links) besprach mit den Gemeinderäten Richard Böckl, Joachim Schießl und Franz Herrmann (von links) das Erschließungsgebiet. Bild: ohr
Auf dem Weg zum Internet-Ausbau ist die Kommune einen weiteren Schritt gegangen. Der Gemeinderat legte das Erschließungsgebiet für das Auswahlverfahren fest. Im Markterkundungsverfahren hatte sich kein Anbieter gefunden, der den Ausbau des Netzes ohne öffentliche Zuschüsse vornimmt. Bürgermeister Alois Böhm eröffnete die Sitzung in Anwesenheit des Breitbandpaten der Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzenfeld, Alexander Schmid. Beratungsingenieur Josef Ledermann vom gleichnamigen Büro erläuterte anschließend die Ergebnisse und resümierte: "Keiner macht's umsonst." Die Unternehmen Deutsche Telekom und Kabel Deutschland teilten während des Verfahrens mit, dass sie in den nächsten zwölf Monaten keinen eigenwirtschaftlichen Ausbau vornehmen werden.

Drei Varianten

In einer Übersicht veranschaulichte Ledermann drei Möglichkeiten, Häuser ab der Vermittlungsstelle ans schnelle Internet anzuschließen. Eine davon wäre Kupferkabel, was Geschwindigkeiten bis 16 Mbit zulässt. Eine andere Variante wäre ein Glasfaserkabel bis zum Verteilerkasten und anschließend ein Kupferkabel zum Haus. Die dritte Alternative wäre Glasfaser von der Vermittlungsstelle über den Verteilerkasten bis ins Haus. Das wird als "Fibre to the home" (FTTH)-Anschluss bezeichnet.

Das Gemeindegebiet gliedert sich in 15 Ortsteile mit 641 Haushalten. Der Ausbauvorschlag sieht nun die Kombination aus zwei Alternativen vor. FTTH-Anschlüsse mit Glasfaser bis ins Haus wären für Auhof (2 Haushalte/1 FTTH-Anschluss), Öd (7/5), Richt (16/13), Dietstätt (6/4), Furthmühle (9/6), Oberwarnbach (7/7), Sindelsberg (2/1), Unterwarnbach (5/6) und Weiding (27/14) machbar. Der Ausbau mit Glasfaser bis zum nächsten Verteiler und anschließend mit Kupferkabel bis ins Haus wären für Schwarzach (125 Haushalte/ebenso viele Anschlüsse), Altfalter (192), Ödgarten (1), Sattelhof (2), Unterauerbach (73) und Wölsendorf (167) möglich.

Zur Kostenschätzung stellte Ingenieur Josef Ledermann zwei Szenarien vor. Bei geschätzten Gesamtkosten von 1 200 000 Euro belaufe sich der gemeindliche Anteil bei einem Fördersatz von 80 Prozent und der maximalen Förderhöhe von 840 000 Euro auf 157 000 Euro. Bei Kosten von 1 360 000 Euro summiere sich der Eigenanteil auf 248 000 Euro. "Zwischen beiden Werten liegt wohl die Wahrheit", schlussfolgerte Ledermann.

Einstimmiger Beschluss

Die Bayerische Breitbandförderrichtlinie ist ein Programm mit luxuriöser Ausstattung und die Breitbandversorgung ist ein Standortfaktor", merkte der Bürgermeister an. Die anschließende Diskussion erbrachte im Tenor: Die einmalige Chance solle genutzt werden, denn es dürfe keine Bürger erster und zweiter Klasse geben. Der Rat beschloss deshalb einstimmig, das Auswahlverfahren für die Erschließungsgebiete zu starten. Alternativangebote für den Ausbau mit Glasfaser bis zum Haus (FTTH) werden zugelassen.
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