Genüsslicher Musik-Streifzug

Der gemischte Chor des MGV 1884 Auerbach überzeugte am Sonntagabend im Rudersaal mit seiner Chorserenade durch 700 musikalische Jahre. Bild: swt

Jeder kennt das Lied "Wochenend und Sonnenschein" der Comedian Harmonists. Wenn es auch noch gut gesungen wird, wie beim MGV-Konzert im Ruder-Saal, dann setzt sich so was gerne mal als Ohrwurm im Gehör fest.

Ein Streifzug durch sieben Jahrhunderte Vokalmusik und die Geschichte der Stadt Auerbach bot der MGV 1884 am Sonntagabend im vollen Rudersaal. 40 Sänger zeigten unter der Leitung von Markus Weber ein breites Repertoire, angefangen mit zwei wunderschön getragenen Melodien aus dem Spätmittelalter. "Zart libste frau in liber acht" stammt aus der Feder eines Salzburger Mönches und entstand um 1350. Oskar von Wolkenstein kreiierte sein "Die mynne füget nyemand" Anfang des 15. Jahrhundert.

Blockflöten-Barock

Orlando di Lasso, der die Renaissance prägte, schuf "Audite nova" , in Intonation und Ausdruck vom gemischten Chor eindrucksvoll dargeboten. Die Barockzeit leiteten Anja Kasseckert und Agathe Schriml mit Blockflöten ein, zwei Stücke gaben sie zum Besten, Georg Philip Telemann und E. Ph. Chedeville die Komponisten, dann folgte die Hasslerintepretation der Volksweise "All Lust und Freud", wieder vom gemischten Chor gesungen. Typische Barockklänge schuf Johann Sebastian Bach mit seinem "Nun ruhen alle Wälder", getragen gesungen vom gesamten Chor.

Gänsehaut kam auf, als die Sänger Mozarts Wiegenlied zum Besten gaben, das klassische Stück ist vielen bekannt und so summte so mancher im Publikum mit. Dann hatte der Männerchor seinen Auftritt, der das Bundeslied von Mozart kräftig intonierte. Auf dem Streifzug durch die Musik begegneten die Zuhörer dann der Romantik, so wurde Regers "Mädchen mit den blauen Augen" perfekt intoniert und entführte das Publikum in die Gefühlswelt der romantischen Zeit des vorletzten Jahrhunderts. Der Block neue Musik präsentierte so bekannte Namen wie Genzmer mit "Steh auf Nordwind" schwer zu singen und doch wunderbar dargeboten.

Zu den einzelnen Zeitblöcken wusste Heimatforscher Rudolf Weber interessante Geschichten aus Auerbach und Umgebung zu berichten. Die Zuhörer lauschten erfreut, ebenso den Solisten Anja Kasseckert und Sandra Weber, beide Sopran. Am Klavier begleitete Agathe Schriml.

Lange Vorbereitung

Vorsitzender Hans Steger dankte den Besuchern für den Applaus und den Akteuren für die wochenlangen Vorbereitungen. Im Zuge des 700-jährigen Stadtjubiläums war dieser musikalische Abend ein Genuss.
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