Genug getrauert

Wer sich selbst nicht mag, kann keine Impulse setzen.

Vorbildliche Kleine: Beim Neujahrsempfang der Eschenbacher CSU verbreiteten junge Sänger gute Stimmung - und vor allem fassten sie sich kurz. Die Reden der CSU-Verantwortlichen dürften vor allem der Führung der Kliniken AG gefallen haben.

Kaum zu glauben. Eine temperamentvolle Kinderschar überzeugt am Sonntagvormittag beim Neujahrsempfang der CSU in der Aula der Markus-Gottwalt-Schule als Mut-Macher. Frisch und frei ermuntern die jüngsten Gäste zu mutigen Entscheidungen. "Wenn du es wagst, deine Meinung zu sagen, wenn du zugibst, auch Fehler zu machen, wenn du versuchst, einen Streit zu verhindern, dann hast du Mut." Der Kinderchor II und die Voice Kids der Musikschule um Joachim Steppert empfehlen unbekümmert eine Jahreslosung, die bestimmt jeden Besucher zum Sinnieren animiert.

In dieser Stimmung hat es CSU-Ortsvorsitzende Dr. Sabine Schultes leicht, mit der Führungsmannschaft der CSU, FU und JU die gut gelaunten Gäste zu begrüßen. Händeschütteln ist angesagt und die Verteilung eines Glückscents. Zahlreiche Bürger, Vereinsvorsitzende und Handwerker, Schul-, Banken- und Behördenvertreter sowie Kommunalpolitiker aller Parteien, Pfarrerin Anne Utz, Bürgermedaillenträger sowie Ehrenbürger Vinzenz Dachauer: Alle freuen sich aufs "Aufeinanderzugehen", zu dem Sabine Schultes schon bei der Begrüßung auffordert. "Das Gespräch möge verbinden", wünscht sie sich, blickt hoffnungsvoll auf Kaminkehrermeister Roland Gallitzendörfer und verspricht erfrischende musikalische Akzente der Musikschulchöre. Der Nachwuchs sollte dann auch den größten Applaus ernten.

Von einem guten kommunalpolitischen Klima ist nach den Liedbeiträgen die Rede. Sabine Schultes spricht von gemeinsamen Erfolgen, von der guten Finanzlage der meisten Gemeinden und von hohen Schlüsselzuweisungen, von Fortschritten beim Breitbandausbau und urteilt: die Menschen leben gerne hier. Mit Blick auf die Flüchtlingswelle empfiehlt die CSU-Frau, Toleranz zu üben und radikalen Tendenzen entgegen zu treten.

Auf die nicht enden wollende Krankenhausdebatte eingehend bemerkt die Rednerin: "Nachtrauern bringt nichts." Jetzt müsse man mit den Kliniken Nordoberpfalz neue Wege gehen und Einrichtungen wie das Haus St. Laurentius, die Physiotherapieabteilung und den Notarztstandort stärken. Immer nur gegen die Klinik AG zu polemisieren, betrachtet die CSU-Ortsvorsitzende als falschen Weg. "Konstruktive Kritik ja, aber es gibt auch bei den Kliniken Nordoberpfalz Menschen, die sich um gute Zusammenarbeit bemühen", stellt die Allgemeinärztin klar.

Das "Dauerfeuer" gegen die Klinik AG ist für den Landrat eine Steilvorlage, die Entscheidungsträger zum Thema der Belegung des ehemaligen Eschenbacher Schwesternwohnheimes mit Asylbewerbern in Schutz zu nehmen. "Die Diskussion entstand mit der Suche der Regierung nach Gemeinschaftsunterkünften." Dem Klinikvorstand deshalb Geldgier vorzuwerfen, sei nicht angemessen. "Bei einem 200-Millionen-Euro-Budget sind für den Krankenhausträger Erlöse aus solchen Vermietungen untergeordnet."

Stabile Umlage

Ohne Zwang und Nötigung habe er deshalb mit dem Klinikvorstand vereinbart, den Sorgen der Eschenbacher Rechnung zu tragen und auf eine Nutzung des Hauses als Flüchtlingsunterkunft zu verzichten. In seinen weiteren Ausführungen verweist der Landkreischef auf das solide Landkreis-Ranking "wir stehen gut da" und lobt das Credo aller Kreistagsfraktionen, trotz großer Investitionsbereitschaft auf stabile Finanzen zu achten. Für die vielen Kommunalpolitiker hat der Landrat ein Neujahrszuckerl mitgebracht. "Wir werden ohne Erhöhung der Kreisumlage auskommen", verspricht der Schlossherr aus Neustadt.

Allzu wörtlich nimmt CSU-Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger ihren Auftritt als Hauptrednerin. So feiert die stellvertretende Landesvorsitzende der Frauen-Union in einem 45-Minuten-Referat die Erfolge auf Bundesebene und berichtet vom "Kreuther Geist". Ihre Empfehlungen für das neue Jahr ordnet die Ambergerin in ein Einstimmen, Nachdenken und Zuhören. Das Plädoyer für die Familien, sie mit der Aufgabe, Kinder zur positiven Grundhaltung zu erziehen: "Wer sich selbst nicht mag, kann keine Impulse setzen." Zur bundespolitischen Botschaft der Abgeordneten gehört der Ruf nach Stabilität, Solidarität und Sicherheit.

Gutes Haushalten

Ein gutes Haushalten sei für die Ziele der Bundesregierung ebenso wichtig wie solidarisches Miteinander zum Beispiel in der Gesundheitsversorgung. Ausgewogenheit und Gelassenheit empfiehlt Lanzinger im Ukraine-Konflikt. Schließlich bekennt sich die Bundestagsabgeordnete zu einem menschenwürdigen Dasein auch im hohen Alter. Eine klare Absage erteilt die CSU-Frau Forderungen nach professioneller Sterbehilfe. Stattdessen befürwortet die Parlamentarierin den Ausbau der Palliativmedizin.

Nach weiteren Liedbeiträgen der Musikschule endet der Ansprachenteil des Neujahrsempfanges mit der Bayernhymne. Ein lockerer, ja vertrauter Gedankenaustausch bei Sekt und Bier, Saft und Salzgebäck schließt sich an.
Weitere Beiträge zu den Themen: Eschenbach (13379)Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.