Geopark Bayern-Böhmen bietet interessante Touren auf den Rauhen Kulm - Geologisch und ...
Auf dem Vesuv der Oberpfalz

Deutschland und die Welt
05.08.2010
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Neustadt am Kulm. (wss) "Der Rauhe Kulm ist der Vesuv unter den Vulkanen der Oberpfalz." Diesen Satz stellte der Geopark Bayern-Böhmen seiner Führung auf den Berg bei Neustadt voraus. Auf dem Marktplatz trafen sich geologisch und geschichtlich Interessierte, die an der Tour mit Geoparkrangerin Bettina Rüstow teilnehmen wollten.

Rüstow begann direkt vor Ort mit der Führung und erzählte von der bewegten Geschichte Neustadts. Der Rauhe Kulm berge nicht nur geologische Besonderheiten, sondern auch viele sichtbare Zeugnisse einer Jahrhunderte alten Besiedlungsgeschichte. Es sei kein Wunder, dass diese exponierte Stelle schon früh besiedelt war.

Vor- und frühgeschichtliche Funde hätten Archäologen zutage gefördert. Bis in die Hallsteinzeit (800 bis 450 vor Christus) reichen diese zurück. Auf dem Kleinen Kulm befand sich im Mittelalter eine Burg (1554 zerstört). Ein Ringwall, dessen Ursprung im Dunkeln liegt, ist noch in Teilen zu finden.

200 Jahre ale Felsenkeller


Am Fuß des Berges befinden sich Felsenkeller, teilweise über 200 Jahre alt. In diese Keller, die heute in Privatbesitz sind, durften die Teilnehmer ebenfalls einen Blick werfen. Die Räume wurden in Sandstein gehauen und dienten früher zur Lagerung von Bierfässern und Vorräten. Heute werden Kartoffeln gelagert. Fledermäuse nützen die Gewölbe zum Überwintern.

Mächtig überragt der Rauhe Kulm die als Flednitz bekannte Kulturlandschaft in der flachen Landschaft am Oberlauf der Haidenaab. Die Basaltkuppe ist der imposanteste tertiäre Vulkanschlot der nördlichen Oberpfalz. Mit 682,5 Meter ragt sie rund 170 Meter über das Vorland hinaus. Die Vulkanruine ist wie der Parkstein ein, durch die Erosion herauspräparierter, ehemaliger Förderschlot (Diatrem).

Rund 21 Millionen Jahre alt

Altersuntersuchungen haben ergeben, dass der Kulm etwa 21 Millionen Jahre alt ist - für einen Vulkan eher jung. Unter Naturschutz steht er seit 1949, er gehört zum Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald. Im Bereich des Blockmeers haben sich seltene Tier- und Pflanzenarten angesiedelt.
Die Wanderung führte die Gruppe über Trampelpfade vorbei am ehemaligen Steinbruch, in dem einst das Basaltgestein abgebaut wurde, hinauf zum Gipfel. Dort befindet sich inzwischen schon der fünfte Aussichtsturm. Auch seine Stufen bezwang die Gruppe und wurde für die Mühe mit einem traumhaften Blick belohnt.

Weitere Termine für Führungen auf den Vulkan sind am 19. August, am 1. September und am 2. Oktober um jeweils 15 Uhr. Erwachsene zahlen 3,50 Euro, Kinder sind frei. Treffpunkt ist jeweils am Neustädter Marktplatz,

Weitere Informationen im Internet:

http://www.geopark-bayern.de/

http://www.vfmg-weiden.de/kulm.htm
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