Georg und Anna STrobel engagieren sich für Schwalben
Schwalben ein Zuhause geben

Bei Familie Strobel fühlen sich die Schwalben wohl. Unter dem Dach reihen sich die Nester, 50 Stück haben die Vögel ans Haus der Manteler heuer gebaut. In den vergangenen Jahren seien es aber laut der Familie weitaus mehr gewesen. Bild: Götz

Mit Schwalben sind Sprichwörter verbunden wie "Wo Schwalben nisten, wohnt das Glück", oder "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer" Aber was macht ein Sommer ohne Schwalben?

Mantel. (sei) Sie gelten als Glücksbringer und Wetterboten. Rauch- und Mehlschwalben sind heute auf die Nähe zum Menschen angewiesen und brauchen dessen Schutz. Wie Karl-Heinz Kuschidlo, Hauptvogelwart des Oberpfälzer Waldvereins, bedauert, sei es heute leider nicht mehr selbstverständlich, dass die Vögel ihre Nester in Ställen oder an Hauswänden bauen können. Glatte, mit Dispersionsfarben gestrichene Fassaden, zunehmende Flächenversiegelung und Monokulturen machen den Schwalbenarten das Leben schwer. Appell vieler Naturschützer: Jeder Haus- oder Hofbesitzer, Behördenvertreter oder Architekt könne etwas dazu beitragen, den Schwalben das Leben zu erleichtern.

50 Nester und noch mehr

Umso lobenswerter ist es, dass sich Georg und Anna Strobel auf ihrem Hof in Mantel nicht über den Kot und Schmutz ärgern, sondern sich vielmehr über die 50 Nester freuen. Anna Strobl muss dreimal täglich die Bretter ihrer zwölf Fenster säubern, die Hausmauern werden auch beschmutzt. Aber das nimmt die Familie in Kauf und freut sich am "Vogelglück". "Vor allem im vorigen Jahr tat es uns sehr leid, weil durch die lange kühle Witterung viele junge Schwalben gestorben sind und die Nester von den Vogeleltern ausgeräumt wurden. Deshalb haben wir heuer auch nur 50 Nester. In den Vorjahren waren es noch mehr", bedauert der Landwirt im Ruhestand.

Auf dem Hof fühlen sich die Schwalben schon seit 1972 wohl. "Da haben wir das Dach erneuert und zwei Reihen Steine aufgemauert. So haben die Schwalben über den Fenstern mehr Platz zum nisten gefunden", sagt Georg Strobel. Kuschidlo erklärt, dass es verboten ist, die Nester zu zerstören. "Wenn man schon unbedingt den Bau von Schwalbennestern verhindern will, gibt es im Baumarkt Schutzgitter aus Plastik für Balken und Mauerwerk." Der Vogelschutzwart besuchte vergangenes Wochenende eine Fachtagung, bei der auch Schwalbenarten Thema waren. Er weiß: "Mehlschwalben legen bis zu fünf Eier, brüten 12 bis 14 Tage und die Jungen fliegen zwischen dem 20. und 23. Tag vom Nest ab. Die Schwalben nehmen ihre Nahrung in der Luft auf und schnappen nach Fliegen und kleinen Spinnen. Auch Blattläuse stehen auf dem Speisezettel." Schwalben brüten nur einmal im Jahr. In Bayern gibt es laut Kuschidlo vier Arten: Felsen-, Ufer-, Rauch- und Mehlschwalben. Letztere sind von der Kehle bis zum Bürzel an der Brust weiß und haben einen blaugrauen Kopf. Große Schwalbenvorkommen gibt es auf Rügen, Helgoland und auch bei uns.

Die Schwalben bauen ihre Nester, indem sie aus Pfützen Schlamm holen und mit ihrem klebrigen Speichel zu Kügelchen und daraus dann ihre Nester formen.

Krähen-Plage

Die Vogelschützer mit Kuschidlo ärgern sich über die Krähenplage - "das sind leider schlaue Viecher, die die Nester anderer Vögel ausräumen". Über die Krähen ist auch Landwirt Josef König aus Rupprechtsreuth nicht erfreut. "Als es noch die Südfleisch gab, hausten die Krähen dort - aber nun breiten sie sich weiter aus", bedauert auch König.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.