Gerne Platz acht oder besser

Christian Meiler (links) hält große Stücke auf den neuen Trainer Markus Berwanger. Die Blue Devils wollen in der kommenden Oberligasaison mit Engagement und Leidenschaft um die Punkte kämpfen. Bild: gb

Spannende Spiele, ein leidenschaftlich kämpfendes Team, Zuschauer, die hinter ihrer Mannschaft stehen - das sind Wünsche von Christian Meiler an die neue Eishockeysaison. Der Teammanager der Blue Devils hofft, dass die unsägliche letzte Spielzeit ad acta gelegt werden kann.

Weiden. Nach dreijähriger Pause hat mit Christian Meiler wieder ein Teammanager federführend die Zusammenstellung der Weidener Mannschaft übernommen. Mit Abschluss der vergangenen, enttäuschenden Saison hatte die Vorbereitung auf die neue Spielzeit 2015/16 begonnen - jetzt sind die Vorarbeiten abgeschlossen, der Kader ist komplett. Eine gute Gelegenheit, ein Zwischenfazit mit dem Teammanager zu ziehen.

Herr Meiler, trotz der enttäuschenden letzten Saison wurden 13 Stammspieler der Vorsaison weiterverpflichtet. Manch einer hatte vielleicht einen größeren Umbruch erwartet ...

Meiler: Die letzte Saison war für den Verein eine Saison, in der einfach alles schief gelaufen ist, was schief laufen kann. Wir haben uns von Spielern getrennt, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Markus Berwanger, Thomas Siller und ich haben diejenigen Spieler weiter unter Vertrag genommen, von denen wir der Meinung sind, dass sie uns weiterhelfen. Nur bei Oliver Engmann hat es andere Gründe - sein Job und das doch aufwändige Oberliga-Eishockey ließen sich bei ihm nicht mehr so verbinden, wie wir uns das vorstellen. Eine harte Entscheidung für uns, schließlich ist Olli ein "Weidener Junge" und hat schon viel für den Verein geleistet. Wir wünschen ihm alles Gute in Amberg.

Manche haben noch einen erfahrenen, schussgewaltigen Verteidiger gefordert. Warum ist es nicht zu dieser Verpflichtung gekommen?

Meiler: Dies hat zwei Gründe. Zum einen mussten wir feststellen, dass solch ein Spieler das Gehaltsgefüge der ganzen Mannschaft ins Wanken bringen würde. Wir waren in Verhandlungen mit zwei, drei solcher Spielertypen, konnten aber finanziell nicht einmal ansatzweise eine Einigung erreichen. Der andere Grund ist, dass ein Offensivverteidiger vor allem im Powerplay benötigt wird. Und da haben wir mit Jakub Wiecki einen Spieler, der diese Fähigkeiten besitzt und auch das Überzahlspiel von der blauen Linie mit gestaltet. Diese Rolle hat er im letzten Jahr in Freiburg eingenommen und dafür ist er auch bei uns vorgesehen.

Die Blue Devils haben mit Fabian Hönkhaus und Daniel Huber ein vielversprechendes Torhüter-Duo unter Vertrag. Ist eine klare Nummer eins vorgesehen?

Meiler: Ich bin mit diesem Torhütergespann äußerst zufrieden. Der Goalie ist im Eishockey die wichtigste Position, und da sind wir mit beiden sehr gut besetzt. Ich freue mich auf die gesunde Rivalität auf dieser Position. Beide haben das Zeug dazu, Spiele zu gewinnen, und beide werden sich im Training gegenseitig pushen. Wir leisten uns seit Jahren wieder den Luxus, dass wir zum Vormittagstraining zwei Torhüter zur Verfügung haben, was für ein gutes Mannschaftstraining zwingend notwendig ist. Wer letztendlich zwischen den Pfosten steht, werden wir im Laufe der Saison sehen.

Mit dem Slowaken Roman Jurak wurde ein erst 24-jähriger Kontingentspieler verpflichtet. Fehlt ihm nicht die Erfahrung, um ein Führungsspieler zu sein?

Meiler: Wir wissen, dass wir mit Roman keinen bekannten und erfahrenen Ausländer verpflichtet haben, der bereits 100 Punkte in deutschen Klassen gemacht hat. Aber wir wissen auch, dass er alle Attribute dafür mitbringt. Er ist ein physisch starker Spielmacher, der nicht nur unserem Offensiv-, sondern auch dem Defensivspiel seinen Stempel aufdrücken wird. Er hatte Angebote aus höherklassigen Ligen, aber er will sich in Deutschland beweisen. Insgesamt war unser Ziel, dem Kader mehr Breite zu verleihen, aber auch die Qualität im Rahmen unserer begrenzten finanziellen Möglichkeiten zu verbessern. Ich bin der Überzeugung, dass uns beides gelungen ist.

Sie sprechen die Breite an. Der Kader umfasst momentan zwei Torhüter, neun Verteidiger und 13 Stürmer. Ein stattlicher Kader ...

Meiler: Markus Berwanger möchte die Vorbereitung und auch den normalen Trainingsbetrieb während der Saison mit vier vollständigen Reihen gestalten. Dazu ist ein großer Kader notwendig. Damit geben wirden Nachwuchskräften, die in enger Zusammenarbeit mit den Jugendtrainern Peter Hampl und Jiri Jonak an die erste Mannschaft herangeführt werden sollen, eine echte Chance.

Mit Trainer Markus Berwanger steht der vielleicht wichtigste Neuzugang an der Bande. Welche Erwartungen haben Sie an ihn? Wie läuft die Zusammenarbeit bisher?

Meiler: Markus hat die nötige Erfahrung aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit und auch seiner Vita als Spieler und Trainer. Er hat klare Vorstellungen, die sich mit meinen decken. Er wird Wert auf Disziplin und harte Arbeit legen. Diese Attribute sind zwingend notwendig, um erfolgreich zu sein. Unsere Zusammenarbeit beschränkt sich jetzt noch auf tägliche Telefongespräche, was sich aber im August gewaltig ändern wird.

Wenn heute der 15. Januar 2016 wäre, was wäre Ihr Wunschfazit?

Meiler: Ich hätte gerne eine verletzungsfreie Vorrunde sowie spannende und leidenschaftlich geführte Spiele gesehen. Zudem eine Mannschaft, die als geschlossenes Team auftritt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Maximum erreicht. Und ich hätte gerne Zuschauer gesehen, die sich mit der Mannschaft identifizieren. Nach der Hauptrunde würde ich mir die Devils gerne auf Platz acht oder besser wünschen. Wunschdenken, das allerdings mit harter Arbeit realisierbar ist.

Gibt es etwas, was Sie den Fans mit auf den Weg geben möchten?

Meiler: Nach den letzten beiden Jahren sind Mannschaft, Vorstandschaft, Sponsoren und Fans mehr denn je gefordert, zusammen zu stehen. Jeder in der EV-Führung und im Umfeld gibt alles dafür, eine bessere Saison zu ermöglichen. Nicht jeder Wunsch wird zu realisieren sein, aber wir versuchen auf ganzer Linie, dem Maximum nahe zu kommen. Ich hoffe, dass die Fans das honorieren und zahlreich und lautstark unsere Heimspiele unterstützen.
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