Gerümpel zieht Gerümpel an

Zwanzig Prozent der Kleidung, die im Schrank hängt, wird zu achtzig Prozent getragen.

Kathrin Karban-Völkl gab ihren Zuhörerinnen im Pater-Kolbe-Haus wertvolle Tipps und Ratschläge. "Entscheiden Sie sich für Ordnung", sagte die Referentin beim 13. Frauenfrühstück des Landvolks.

Auch die 13. Auflage des Frauentreffs, zu dem am Samstag die Katholische Landvolkbewegung ins Pater-Kolbe-Haus einlud, war wieder ein Renner. Alle Plätze waren besetzt, knapp 100 Frauen aller Generationen waren vertreten.

Wissenswert und amüsant

Kathrin Karban-Völkl aus Kemnath gab in ihrem Vortrag "Das Leben entrümpeln" Wissenswertes und auch manch Amüsantes preis. Ihren Vortrag "verfeinerte" sie mit einigen Liedern. Dabei konnten die Frauen mitsingen.

Nicht vergessen hatte die Referentin, Grüße des ehemaligen Wernersreuther und Leonberger Pfarrers Konrad Amschl, jetziger Stadtpfarrer von Kemnath, zu übermitteln. Wie es hieß, denke Amschl immer noch gerne an seit Zeit hier zurück. Die Referentin, eine gebürtige Wiesauerin, verwies darauf, dass sie seit zwei Jahren ein neue Liebe habe, - eben das Leben zu entrümpeln. Sie lud zum Spaziergang in den eigenen Keller ein - dort, wo in all den Jahren viele Dinge abgestellt werden. Jeder habe in der Wohnung eine Art "Grusch-Schub" oder gar "Grusch-Schrank": Dort sei alles verstaut, was nicht gleich weggeworfen werden soll. Die Referentin zu den Zuhörerinnen: "Was, bei Ihnen ist alles in Ordnung? Bei Ihnen gibt es so etwas nicht? Dann fragen sie doch mal ihre Nachbarn, wo bei denen der Raum oder der Schrank der Unordnung sei. Aufgeräumt werde dann, wenn Besuch kommt oder bevor es in den Urlaub geht. Oder kurz vor dem Tod. "Viele Menschen entrümpeln oft, wenn sie spüren, dass sie bald sterben", so die Referentin. "Aber Entrümpeln ist für viele unangenehm, viele schieben es immer wieder hinaus." Der Grund, Entrümpeln habe auch viel mit Vergangenheit, mit Erinnerungen, mit Gefühlen zu tun.

Der Wintermantel, der seit Jahren im Keller hängt, zum Wegwerfen zu schade, "Naja vielleicht ziehe ich ihn doch wieder an, schließlich hat er eine Menge Geld gekostet". Aber letztendlich kauft man sich doch wieder einen neuen Mantel, und der Alte hängt weiter im Keller.

Nur fünf Dinge

Der Mensch sollte nicht zulassen, dass das Gerümpel immer mehr werde, Gerümpel ziehe weiteres Gerümpel an, habe sie herausbekommen. Sie lud zur Diskussion ein: Was würden Sie wohl mitnehmen, wenn Sie auf eine einsame Insel fahren und nur fünf Dinge mitnehmen dürften?

Sie gab den Frauen anschließend so manche Tipps zum Entrümpeln. Entrümpeln sollte man nur dann, wenn man Lust darauf habe, in einem bestimmten Zeitfenster. "Verbringen sie Ihr Leben nicht im Keller." Entrümpeln sollte man nur alleine oder nur mit einem Menschen, dem es ebenso nichts ausmacht, sich von gewissen Sachen zu trennen. Ein weiterer Tipp: "Fangen Sie nicht an, ohne vorher einen Müllsack zu kaufen". Beim Betreten des Kellers müsse das schlechte Gewissen verabschiedet werden, "...wenn Sie beispielsweise eine Vase, die sie zu Ihrer Hochzeit geschenkt bekamen, aber seit Jahren nur im Keller steht, entrümpeln wollen." Die Vase könnte auch weitergegeben werden an jemand, der sie braucht.

Drei-Jahres-Regel

"Entscheiden Sie sich für Ordnung", so eine weitere Anregung. Sie habe sich für dieses Jahr den Vorsatz gegeben, jeden Tag ein Teil zu entrümpeln oder zu entsorgen. Zudem verwies sie auf eine Drei-Jahres-Regel: Was man in drei Jahre nicht benötigt hat, sollte entsorgt werden. Zur Kleidung merkte sie an, dass zwanzig Prozent der Kleidung, die im Schrank hänge, zu achtzig Prozent getragen werde, der Rest kaum."Bevor Sie ein neues Kleidungsstück oder neue Schuhe kaufen, werfen Sie ein Altes weg".

Nur eine "Seufz-Kiste"

Falls beim Entrümpeln des Wegwerfens wegen es schwere Gewissensbisse gebe, sei eine "Seufz-Kiste" praktisch, "... aber nur eine Seufz-Kiste." Nach dem Aufräumen dürfe man sich eine Belohnung gönnen.
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