Geschenk wiegt mal drei Zentner

140 Jahre Feuerwehr sind ebenso viele Jahre Dienst am Nächsten. 15 Vereine feierten am Samstagabend mit den Brandschützern. Sie waren nicht mit leeren Händen gekommen. Die Lienlaser Floriansjünger verbanden ihr Geschenk mit einem Hintergedanken.

Ahornberg. (bkr) Nach der 20. Crazy Night am Freitag setzte sich am Samstag die Jubiläumsfeier mit einem Vorabendgottesdienst fort. Vom Festplatz zogen die Vereine mit den Ehrengästen, angeführt von der Kemnather Stadtkapelle, zur Dorfkapelle.

Belastende Einsätze

Pfarrer Markus Bruckner stellte in der Messe den Satz "Wer sich einsetzt, setzt sich aus" in den Mittelpunkt seiner Betrachtung des Feuerwehrdienstes. Einsetzen für andere, deren Leben, Hab und Gut zu schützen bedeute gleichzeitig, selbst stets mit körperlichen und seelischen Gefahren konfrontiert zu sein. Oft bleibe das Erlebte unsichtbar im Inneren, in der Seele erhalten und müsse verkraftet werden, beschrieb der Seelsorger die psychische Belastungen nach einem schwierigen Einsatz. Musikalisch gestaltete die Kemnather Stadtkapelle den Gottesdienst.

Im voll besetzten Festzelt heizten die Südwind-Buam musikalisch kräftig ein. Vorsitzender Gerhard Greger streifte kurz die Meilensteine der Wehr mit der Fahnen- und Fahrzeugweihe vor 40 Jahren sowie der Ernennung von Pater Martin Weichs zum Ehrenmitglied. Sein besonderer Dank galt den Gründern und allen, die die Wehr am Leben erhalten und mit Leben erfüllt haben.

Dieses ehrenamtliche Engagement über vierzehn Jahrzehnte erforderte nach den Worten von Bürgermeister Heinz Lorenz einen großen Einsatz, um im Wechsel der Ausstattung und Herausforderungen stets auf dem neuesten Stand zu sein.

"Saugute" Partnerschaft

Lange überlegten die oberfränkischen Spritzenmänner aus Lienlas was sie zum Geburtstag schenken könnten. "Geld haben wir nicht, das brauchen wir für den begonnenen Gerätehausneubau selber", entschuldigte sich Vorsitzender Peter Haberkorn. Die "saugute Partnerschaft" mit den Ahornbergern unterstreichen wollten die Lienlaser dennoch. Sie taten dies mit einem Schweinerl. Auf einem Anhänger transportierten sie das Geburtstagsgeschenk ins Festzelt. Damit verbanden sie den Auftrag, das kleine Borstenvieh bis zum Herbst auf drei Zentner zu füttern. Zum Schlachtfest möchten die Lienlaser selbstverständlich eingeladen werden. Sie versprachen, dazu ein Fass "Mineralwasser" mitzubringen.

Auch die Partnerwehren aus Immenreuth und Punreuth hatten Geschenke dabei. Deren Vorsitzende Armin Scheidler und Markus Schmid überreichten jeweils einen Gutschein zur Ergänzung der Ausrüstung. "Wenn wir gewusst hätten, dass Lienlas ein Schwein schenkt, hätten wir ein Schaf oder eine Ziege mitgebracht", meinte Schmid.

Kühl und eher unangenehm begleitete das Wetter den Sonntag. Für den Nachmittag hatten die Floriansbrüder unter anderem Spiele für die Kinder vorbereitet. Ein reichhaltiges Kuchenbüfett stand besonders für weibliche Gäste bereit. Zum Abschluss verloste die Wehr am Abend wertvolle Preise. Die Musik an diesem Tag kam mit der Jugendblas- und Stadtkapelle wieder aus Kemnath.
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