Geschichte des Hauses

Das ehemalige Landgerichtsgefängnis von Amberg geht ursprünglich auf einen Turm zurück, der Teil der mittelalterlichen Stadtmauer war. 1699 fasst der Magistrat der Stadt den Entschluss, ein Gebäude, das inzwischen an dieser Stelle errichtet worden war, zum Gefängnis zu machen. 1754 erfolgt die erste Sanierung und Erweiterung des Gebäudekomplexes, der aus großen Sandsteinquadern errichtet ist.

1801 sitzt hier der berüchtigte Räuberhauptmann Franz Troglauer ein, der die Jahre zuvor in Franken und der nördlichen Oberpfalz für Angst und Schrecken gesorgt hat. Von hier aus tritt er seinen letzten Weg auf den Galgenberg an. 1857 erfolgt der erneute Umbau, die Fronfeste bekommt ihre heutige Gestalt. 1895 verbüßt der Arzt und Literat Dr. Oskar Panizza (1853-1921) in der Fronfeste eine einjährige Haftstrafe wegen Blasphemie. Sein Hauptwerk "Das Liebeskonzil" hat ihm zu dieser zweifelhaften Ehre verholfen.

1935 vollstreckt hier der bekannteste Scharfrichter Bayerns, Johann Reichhart, die letzte Hinrichtung in der Fronfeste. Ein Dreifach-Mörder verliert unter der Guillotine sein Leben. Während des Dritten Reiches sind hier auch politische Gefangene und Juden vorübergehend inhaftiert, nach 1945 wird die Fronfeste vor allem als Untersuchungsgefängnis verwendet.

1966 folgt das Aus: Das Gebäude müsste komplett renoviert und den modernen Erfordernissen des Strafvollzugs angepasst werden. 1974 verkauft es der Freistaat Bayern, 2007 kommt es in den Besitz der jetzigen Eigentümer. (ass)
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