Geschichten von Kafka, Humboldt und Leonardo da Vinci als Graphic Novel
Tragödien, Expeditionen und eine Liebesgeschichte

Moritz Stetter/Franz Kafka: "Das Urteil" (48 Seiten, 19,95 Euro, Knesebeck-Verlag):Kafkas Das Urteil erzählt von einem Streit zwischen Vater und Sohn, ausgelöst durch einen Brief an einen Freund des Sohnes. Die schlimmen Vorwürfe des Vaters enden schließlich in der endgültigen Verstoßung und dem tragischen Selbstmord des Sohns. Dieser oft interpretierten Erzählung gibt Moritz Stetter mit seinen Zeichnungen eine neue Ebene. Der expressive Stil fängt die fast surreale Szenerie und den katastrophalen Verlauf des Streits in dunklen Farben und beklemmenden Bildern ein. Mit einem Nachwort des Kafka-Experten Reiner Stach.

Froissard & Le Roux: "Humboldts letzte Reise" (160 Seiten, 24,95 Euro, Knesebeck-Verlag): Diese sensationell gezeichnete Graphic Novel im Stil von Jules Verne nimmt uns mit auf eine fantastische Reise zu den Grenzen der Realität. Alexander von Humboldt, berühmter Naturforscher im Ruhestand, erhält eine Nachricht von Aimé Bonpland, der im Dschungel Amazoniens verschollen ist. Begleitet von Bonplands Tochter bricht Humboldt sofort auf und begibt sich auf die Spur seines engen Freundes und Kollegen. Sein Aufbruch sorgt für Aufsehen ...

Kristina Gehrmann: "Im Eisland. Band 1: Die Franklin-Expedition" (224 Seiten, 16,99 Euro, Hinstorff-Verlag): Frühjahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen zwei Schiffe der Royal Navy, die HMS Erebus und die HMS Terror, in die Arktis auf. Die auf drei Jahre angelegte Mission lautet: Sie sollen als Erste die legendäre Nordwestpassage vom Atlantik in den Pazifik durchsegeln.

Die Mannschaft ist davon überzeugt, dass die ambitionierteste Expedition ihrer Zeit ein großer Erfolg wird. Schon bald erschüttert der erste Todesfall den Optimismus der Besatzung. Doch auf sie wartet ein noch viel größeres Desaster in der grenzenlosen, eiskalten Hölle. Kristina Gehrmann erzählt die Geschichte um das Rätsel der legendären Franklin-Expedition in einer packenden Graphic Novel.

Benjamin Lacombe/Paul Echegoyen: "Leonardo & Salaï" (96 Seiten, 18 Euro, Verlag Jacoby Stuart): Benjamin Lacombe hat gemeinsam mit Paul Echegoyen die historisch verbürgte Geschichte der Liebe Leonardo da Vincis zu seinem Assistenten Salaï als beeindruckendes Buch gestaltet. Salaï kam 1490 als Zehnjähriger in die Mailänder Werkstatt des großen Leonardo, wo er als Gehilfe verpflichtet wurde. Jahre später wurde er zum Geliebten des Meisters, zu seinem Modell und letztendlich zu seinem Schüler.

Doch Salaï, der übrigens selbst sehr gut malte, war nicht nur Leonardos Liebhaber und Assistent: Er war auch seine Muse. Und darüber kann man vieles besser verstehen. Kunsthistoriker meinen, Salaï in Leonardos Bildnis von Johannes dem Täufer wiedererkennen zu können. Manche behaupten sogar, die Mona Lisa sei in Wahrheit ein Porträt des schönen Jünglings - und Mona Lisa kann als Anagramm von Mon Salaï gelesen werden
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