Geschichtliche Parallelen

Wenn der Gesang- und Orchesterverein am Sonntag in der Nürnberger Frauenkirche zum 41. Mal die Waldlermesse präsentiert, wird auch die geschichtliche Verbindung der Grenzstadt zu Kaiser Karl IV. fortgesetzt. Als Regent im Königreich Böhmen hatte er Schönsee am 7. August 1343 die Marktrechte verliehen.

1349 verfügte der Regent in der sogenannten Markturkunde, dass in Nürnberg an der Stelle einer früheren jüdischen Synagoge eine Marienkirche - die heutige Frauenkirche - errichtet werden sollte. Sie war zur Aufnahme der Reichskleinodien vorgesehen, dies wurde allerdings nie verwirklicht. Der Bau der Kirche unter Baumeister Peter Parler, der auch den Veitsdom in Prag vollendete, erfolgte zwischen 1352 und 1358. Das Gotteshaus diente unter anderem bis 1816 als evangelische Predigerkirche, später wurde sie mit Kunstwerken aus abgerissenen Nürnberger Klöstern ausgestattet. Nachdem die Frauenkirche im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstört worden war, konnte sie 1953 nach dem Wiederaufbau erneut geweiht werden.

Eine weitere Parallele zu ihrem Heimatort begleitet den Auftritt des Gesang- und Orchestervereins: Wenn sich die Sänger unter dem berühmten Tucher-Flügelaltar aufstellen, stehen sie direkt unter einer Figur des Schönseer Kirchenpatrons Sankt Wenzeslaus. (gl)
Weitere Beiträge zu den Themen: 12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.