"Geschichtsbuch" feiert 100.

Stellvertretender Landrat Albert Nickl (stehend von rechts), Urenkelin Sandra, Tochter Hedwig, Bürgermeister Peter Lehr, Schwiegertochter Luise, Sohn August und Tochter Maria stießen mit Rosa Schwemmer auf den 100. Geburtstag an. Weitere Gratulanten waren (von links) Pfarrer Thomas Jeschner, Heimleiterin Manuela Schusser und das Pflegepersonal. Bild: rn

Sie kam noch im Kaiserreich zur Welt, machte Kriege durch und erlebte auch den Aufschwung mit: Jetzt gab es zu Rosa Schwemmers besonderem Geburtstag eine kleine Feier.

Im Jahr ihrer Geburt regierten Kaiser Wilhelm II. und der bayerische König Ludwig III. Italien erklärte Österreich-Ungarn den Krieg, und in der Winterschlacht in den ostpreußischen Masuren wurde die angreifende russische Armee vernichtet. Rosa Schwemmer erlebte die Weimarer Republik, die NS-Zeit und den Zweiten Weltkrieg, den Einmarsch der Amerikaner in Thurndorf, Besatzungszeit und den Wiederaufbau Deutschlands. Am Samstag feierte sie im BRK-Seniorenheim ihren 100. Geburtstag.

Viele Gratulanten

Zur großen Zahl der Gratulanten aus dem Kreis ihrer fünf Kinder gesellten sich Heimleiterin Manuela Schusser, das Pflegepersonal, stellvertretender Landrat Albert Nickl, Bürgermeister Peter Lehr, Pfarrer Thomas Jeschner sowie viele Bekannte und Freunde. Ihr Bruder feierte im vergangenen Jahr 100. Geburtstag. Hell leuchteten die Augen der Jubilarin, als ihr die Gratulanten als gemischter Chor ein internationales Ständchen darbrachten und mit Sekt sowie Saft auf einen weiteren angenehmen Lebensabend anstießen. Eine Geburtstagstafel war bereits angerichtet. Als weitere Gratulanten stellten sich später noch Kirchenthumbachs Bürgermeister Jürgen Kürzinger, Pater Samuel aus Thurndorf und Ruhestandspfarrer Helmut Süß ein.

Geboren wurde die Seniorin am 7. November 1915. Mit ihren Eltern Margaretha und Christoph Lindner sowie fünf Geschwistern wuchs sie in Thurndorf auf. Der Schule schloss sich die übliche Mitarbeit in der elterlichen Landwirtschaft an. 1936 heiratete sie Georg Schwemmer, der in Thurndorf eine Schreinerei und eine Landwirtschaft betrieb. In beiden Bereichen arbeitete sie unermüdlich mit und sorgte sich um ihre fünf Kinder.

Der Ehemann starb bereits 1990. Bis Mai 2015 lebte sie im Haus von Sohn August, fühlte sich wohl und war auf keine wesentliche Hilfe angewiesen. Dies änderte sich nach einem Sturz. Sie blieb zwar geistig fit, ist jedoch nun auf einen Rollstuhl angewiesen.

Es folgte der Umzug ins Seniorenheim, wo sie sich - obwohl schwerhörig - im Bekanntenkreis als lebendes Geschichtsbuch auszeichnet.
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