Gesellschaft "Frohsinn" unternimmt aufschlussreiche Tour durch Truppenübungsplatz
Mix aus Militär- und Heimatkunde

Interessiert verfolgten nicht nur die Männer, was ein Obergefreiter der Bundeswehr am Beginn der Tour der Gesellschaft "Frohsinn" durch den Truppenübungsplatz Grafenwöhr über Munition erzählte. Bild: gpa
Vielen war das Gelände bisher eher ein "Buch mit sieben Siegeln". Dass der Truppenübungsplatz Grafenwöhr jedoch mehr ist als Schießlärm und stundenlanges Kreisen von Düsenjägern, erlebten die Teilnehmer einer Fahrt der Gesellschaft "Frohsinn". Präsident Erwin Dromann begrüßte zu dem Mix aus Militär- und Heimatkunde neben Mitgliedern auch Gäste aus der Schweiz und einen Schulfreund aus Finnland.

Dass man sich auf militärischem Gelände befand, wurde allen klar, als ein Obergefreiter über Munition, die von der Bundeswehr benutzt wird, informierte. Auf der Weiterfahrt überraschte die starke Präsenz von Rotwild, das friedlich äsend von dem vorbeifahrenden Bus kaum Notiz nahm. Dessen Ziel war der Bleidornturm, wo alle die Fernsicht genossen. Deutlich waren der Rauhe Kulm und der Ochsenkopf im Fichtelgebirge erkennbar.

Geschichtsträchtige Anmerkungen von Josef Rupprecht, Schatzmeister bei "Frohsinn", gab es an der Wolfsschützenkapelle. Ein Jäger, der von einem Wolf angegriffen wurde - von dem er annahm, ihn erlegt zu haben - und in letzter Minute von seinem Sohn gerettet werden konnte, ließ zum Dank dafür die Kapelle erbauen. Nicht alltäglich dürfte es gewesen sein, dass mitten im Übungsplatz ein Vaterunser gebetet wurde und das "Lobe den Herren" erklang.

Nächstes Ziel war der "Ursprung", ein Quellgebiet, dessen Wasser in ständiger Bewegung ist und den Wald im Spiegelbild in ein magisches Farbenspiel verwandelt. Vom "Erzhäusl", das ebenfalls in dieser Gegend existierte, wusste Josef Rupprecht, dass es früher eine einfache, gerne von Jägern und Förstern besuchte Waldgaststätte war.

Nach der Mittagspause in Kürmreuth wurde dem Friedhof der Ortschaft Haag, die dem Truppenübungsplatz weichen musste, ein Besuch abgestattet. Gestaunt wurde über den gepflegten Zustand der Gräber, die an Allerheiligen von den Nachkommen früherer Bewohner von Haag besucht werden. Diese setzen damit ein Zeichen ihrer Verbundenheit zur Heimat ihrer Vorfahren.

Mit einer Rundfahrt durch das Südlager Vilseck ging es auf die letzte Runde der interessanten Tour. Als Schlusspunkt wurden Stegenthumbach und der Schlatterweiher angefahren.
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