Gespräch mit Oberin Silana und Schwester Cortona vom Caritashaus St. Barbara über die ...
Viel menschliche Nähe auf dem letzten Weg

Oberin Silana (links) und Schwester Cortona von den Mallersdorfer Schwestern schöpfen Kraft für ihre Arbeit aus tiefem Glauben. Bild: Royer
Sterbebegleitung, Hospiz- und Palliativversorgung sowie Sterbehilfe sind aktuelle Schlagworte. Sie stehen wieder verstärkt im politischen Rampenlicht. Der Bundestag will dazu 2015 neue gesetzliche Regelungen schaffen.

Die SRZ greift dieses Thema in einem Gespräch mit zwei Ordensfrauen auf: Schwester Oberin Silana ist im Caritashaus St. Barbara für die Begleitung Sterbender zuständig, Schwester Cortona betreut Patienten im Krankenhaus und leitet eine Trauergruppe in der Herzogstadt.

SRZ: Schwester Oberin Silana, wie setzen Sie die Begleitung Sterbender im Caritashaus konkret um?

Oberin Silana: Wir nehmen direkt Kontakt auf, halten die Hände, vermitteln Nähe oder sprechen ein Gebet. Oft sind auch nur wohltuende Blicke sehr wichtig für die Bewohner. Wir sind Tag und Nacht für sie da. Dabei bringt sich das ganze Team des Caritashauses sehr engagiert ein.

Werden Angehörige einbezogen?

Schwester Cortona: Der Umgang mit den Angehörigen ist uns enorm wichtig. Auch sie müssen begleitet werden, das Loslassen lernen.

Wie denken Sie über den Wunsch von Schwerstkranken nach ärztlicher Sterbehilfe?

Oberin Silana: Unser Wunsch wäre wirkliche Sterbebegleitung und menschliche Nähe. Hier kommt es sicher auch auf die jeweilige Situation an. Man muss nicht auf Biegen und Brechen alle lebensverlängernden Maßnahmen ergreifen, man sollte die Menschen auch normal sterben lassen dürfen.

Kommt der Tod auf Verlangen für Sie nicht in Frage?

Schwester Cortona: Eigentlich nicht! Viel wichtiger ist der direkte Beistand und eine ausreichende Schmerztherapie. Es ist besser, die Hand zu halten und ein gutes Wort zu sagen. Die Reaktionen darauf sind immer besonders intensiv und helfen den Menschen beim Sterben.

Ihre Arbeit ist höchst anerkennenswert. Woraus schöpfen Sie die Kraft?

Oberin Silana: Unser Antrieb ist die Nächstenliebe und unsere Ordensregel: "Die Liebe Christi drängt uns!"

Schwester Cortona, Sie leiten eine Trauergruppe. Wo liegen dabei die Schwerpunkte?

Menschen mit gleichen Schicksalen erleben Gemeinschaft. Über Bastelarbeiten, Meditation, Naturerlebnisse oder Gebete fühlen sich die Teilnehmer gegenseitig angenommen. Auch hier ist das Miteinander - die gegenseitige Stütze - enorm wichtig.

Welchen Wunsch haben Sie für die Zukunft?

Beide Schwestern: Kraft vom lieben Gott für den täglichen Dienst, dass man die Aufgaben gut bewältigt.
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