Getrübter Besitzerstolz

Feuerwehren freuen sich über neue Fahrzeuge. Bei den Wetzldorfer Brandschützern mischt sich in die Freude aber ein Wermutstropfen. Grund ist eine neue Bestimmung der Regierung.

Der Feuerwehrunimog stand im Vordergrund des Berichts von Kommandant Patrick Reischl bei der Generalversammlung im Landgasthaus Wäldern. Dabei ließ sich die Fahrzeugbeschaffung zunächst gut an. "Nachdem vor genau einem Jahr der Bedarf an einer Motorisierung mit einem geländegängigen Fahrzeug geäußert wurde, konnte bereits eine Woche später ein passendes Fahrzeug gefunden werden."

Über die Hälfte darf fahren

Es folgten gut 400 Arbeitsstunden für den Um- und Ausbau des Fahrzeugs und am 10. Mai war die Fahrzeugsegnung. "Wir konnten unser Löschfahrzeug bei zahlreichen Einsätzen und Übungen auf Herz und Nieren testen", bestätigte der Kommandant. Demnächst werden drei Kameraden den sogenannten Feuerwehrführerschein ablegen, dann darf mehr als die Hälfte aller Aktiven das Fahrzeug führen.

"Allerdings mussten wir einen kleinen Rückschritt hinnehmen", informierte Reischl. Aufgrund neuer Bestimmungen der Regierung der Oberpfalz wird das Fahrzeug seit 1. Januar dieses Jahres nicht mehr als Löschfahrzeug LF8, sondern als Tragkraftspritzenfahrzeug TSF geführt. "Dies hat hauptsächlich Auswirkungen auf den neuen Digitalfunk", so Reischl. Denn durch diese Änderung erhält die Wehr weniger Digitalfunkgeräte als ursprünglich erwartet. Der Kommandant bat die Stadt, den Sachverhalt zu prüfen. "Wenn möglich, berücksichtigen sie unser Defizit an Funkgeräten bereits bei der Neuanschaffung."

Einen Dank sprach er der Stadt für die "äußerst reibungslose" Anschaffung des Fahrzeugs aus. "Die Stadt zeigt sich jederzeit äußerst hilfsbereit und spendabel, um unsere Feuerwehr auf den modernsten Stand der Technik zu bringen."

Vorsitzender Willi Kraus warf einen Blick in die Statistik. So gehörten der Wehr Ende 2014 159 Mitglieder an, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um vier Personen. Besonders freute es Kraus, dass keine Austritte zu verzeichnen waren. Zum 31. Dezember 2014 waren es 41 Aktive und 118 Passive. Unter Letzteren sind neun weibliche Mitglieder.

Kraus hob besonders die Fahrzeugsegnung hervor und dankte den Sponsoren des Preisschafkopfs. Für Samstag, 28. Februar, kündigte er das nächste Karterturnier im Feuerwehrhaus an. Die Wehr besuchte im abgelaufenen Jahr viele Feste anderer Wehren, unter anderem das 150. Gründungsfest der Erbendorfer Kollegen. Vorsitzender Kraus dankte der Stadt Erbendorf für die hervorragende Zusammenarbeit, besonders für die Übernahme der jährlichen Kosten für die Handy-Alarmierung. An sieben Einsätze der Aktiven erinnerte Kommandant Patrick Reischl. Sie gliedern sich auf in fünf technische Hilfeleistungen mit drei Verkehrsunfällen sowie dem Ausleuchten nach einem Verkehrsunfall und der Beseitigung einer größeren Ölspur sowie einen Brandeinsatz im Industriegebiet.

Reischl gab einen Überblick über die Übungen und Lehrgänge. Auch eine Reihe von Übungen absolvierten die Aktiven mit den Schwerpunkten Wasserentnahme und -förderung, Personenrettung sowie Brandbekämpfung an Gebäuden und im Wald.

Ein Neuer und Beförderung

Kommandant Patrick Reischl hieß mit Johannes Götzl einen neuen Kameraden in der Wehr willkommen. Zweiten Kommandanten Rudi Schinner beförderte er zum Löschmeister, Thomas Schinner zum Feuerwehrmann und Hubert Schinner zum Hauptfeuerwehrmann.

Bürgermeister Hans Donko stellte fest, dass die Feuerwehr mit dem neuen Fahrzeug der Zeit entsprechend ausgerüstet sei. Dazu sei es aber wichtig, dass sich die Aktiven entsprechend fort- und weiterbilden.

Kassier Stefan Stock brachte die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ins Gespräch. Die Einkleidung der neu eingetretenen Kameraden kosteten die Vereinskasse rund 170 Euro. Der Versammlung wurde vorgeschlagen, den Beitrag für alle Aktiven auf 12 Euro und den der Passiven vom 18. bis 70. Lebensjahr auf 18 Euro festzusetzen.
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